Alle Jahre wieder?

Es ist mittlerweile auch schon wieder fast ein Jahr her, nämlich am 15.01.2009, da twitterte Dennis in Reminiszenz an Marcs Christbaumtransport mit der Ural einen Link zum Weblog von Dan Bateman, welcher sich durch einen Kommentar in einem befreundeten Weblog dazu herausgefordert sah seinen Christbaum auf dem Motorrad (ohne Beiwagen) zu transportieren.

Gleichentags, ein paar Stunden früher, war ich bei der Zulassungsstelle um die neue 125er Monkey zuzulassen. Da alles relativ reibungslos klappte, war ich an diesem Tag besonders gut gelaunt. Als ich also besagten Tweet, bzw. den darin verlinkten Blogeintrag las dachte ich mir: „Hm… einen Christbaum kann man doch bestimmt auch mit ’ner Monkey transportieren.“ Und so kam eins zum anderen.

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Darf’s ein bisschen mehr sein?

Es war 2006, da entdeckte ich zufällig in einem Zeitungsprospekt ein ziemlich kleines Moped. Knubbelige kleine Reifen, geschwungener Lenker, ein Mann Sitz, liegender 1 Zylinder 4 Takt Motor. Das Design kam mir irgendwie bekannt vor. Aber die Mühlen der grauen Zellen mahlten mal wieder langsam und da mir Hersteller und Modellbezeichnung nichts sagten habe ich mich an den Rechner gesetzt und Google genötigt mir Auskunft zu erteilen.

Irgendwann fiel der Groschen: Schaut aus wie eine Honda Monkey! Nach ein paar weiteren Suchanfragen wußte ich dann auch, dass die kultigen kleinen Bikes aus den 60ern und 70ern immernoch gebaut werden, sowohl original von Honda (allerdings nur für den japanischen Markt), wie auch als Lizenznachbauten von einigen anderen Herstellern.

Das war schon ein cooles Teil. Könnte mir auch gefallen, dachte ich mir. Um mal an den See zu fahren oder so… Also habe ich spasseshalber geschaut wo denn der nächstgelegene Händler wäre. Ich war doch ein bisschen überrascht als ich feststellte, dass es in der nächst größeren Stadt, gerade mal 20km von mir entfernt einen Händler gibt, der die Bonsaibikes vertreibt. Natürlich bin ich ein paar Tage später mal dorthin gefahren. Nur um mal ein bisschen zu schauen. Als ich dann allerdings im Laden stand und die ganzen kleinen, chromblitzenden Gefährte sah, verabschiedete sich die Vernunft in den Feierabend und ich habe direkt eine Monkey geordert. Ich fand die Teile einfach zu cool. Um die Vernunft aber wenigstens ein bißchen zu besänftigen sollte es ein Mokick werden. Sehr geringer Spritverbrauch mit 1,2l und günstig in der Versicherung. Die üblichen Argumente eben. :-)

Ich glaube es war zirka eine Woche später, da rief ich den Händler an um mich zu erkundigen ob sie denn nun endlich da sei. War sie. Also nichts wie hin! Dort angekommen machte ich ersteinmal auf dem großen Gelände der benachbarten Autovermietung eine Probefahrt. Strahlender Sonnenschein, kein Helm. So bin ich also auf dem winzigen Moped über den Platz gedüst. Die Blinker blinkten, die Bremsen bremsten, die Hupe hupte und der Motor lief. Es war also alles OK.

Die Formalitäten wurden geklärt, der schnöde Mammon wechselte den Besitzer und die Monkey wurde in den Kofferraum verfrachtet. Hierbei zeigte sich gleich wieder, was sich die Leute bei Honda dabei dachten, so ein Gefährt zu konstruieren. Monkies sind nämlich u.a. dafür gedacht, sie hinten an ein Wohnmobil schnallen zu können und so auch noch am Urlaubsort mobil zu sein, ohne ständig so ein riesiges Schlachtschiff bewegen zu müssen. Und um das Verladen zu erleichtern kann man die beiden Lenkerhälften einer Monkey herunterklappen, um sie so noch ein wenig kompakter zu machen.

monkey_1Meine erste Fahrt auf offener Straße führte mich zum Hein Gericke Shop. Zu dem klassichen Aussehen würde ein Lampenschild gut passen dachte ich mir.

Bei meinem Streifzug durch’s Internet bin ich auch auf das BonsaiCrew Forum gestoßen, wo ich mich gleich mal anmeldete. Dort bekam ich den Tip die originalen chinesischen Stollenreifen gegen einen Satz Heidenau K75 zu tauschen, da die Naßeigenschaften der Stollenreifen wohl nicht so besonders sein sollten. „Na da will ich’s mal nicht besser wissen“, dachte ich mir und und kaufte einen Satz. Bei der Montage zeigte sich wieder die Findigkeit der Hondaingenieure. Die Felgen bestehen nämlich aus zwei, miteinander verschraubten Hälften, was den Reifenwechsel echt einfach macht. Mit den frisch montierten Heidenau’s fuhr sich die Monkey auch tatsächlich deutlich angenehmer. Richtige Straßenreifen eben.

So blieb sie dann eine Weile.

fotoarchiv-0240Als ich irgendwann anfing am Caferacer zu basteln und eine Dose Lack kaufte um das Lackieren mit einer Lackierpistole zu versuchen, mußte die Monkey als Testobjekt herhalten. Zum Glück war das Ergebnis sogar einigermaßen vorzeigbar. Sie bekam dann noch ein selbstgebautes kurzes Heck und rechteckige Blinker mit Chromgehäuse, um sie ein wenig zu individualisieren:

Nun ja. Aus dem „mal zum See fahren oder so…“ sind dann doch ein paar Kilometer mehr geworden. :-)

Im Dezember 2008 entdeckte ich auf mobile.de ein sehr günstiges Angebot für eine 125er Skyteam Monkey. Und da ich doch gerne mal etwas flotter unterwegs wäre, wenn an der Suzi mal wieder Wartungsarbeiten anstehen, habe ich zugeschlagen. Genauer gesagt, wir haben zugeschlagen. Mein Vater hat sich auch eine bestellt und so konnten wir uns die Versandkosten, die pro Palette berechnet wurden, teilen.

Am 09.01. war es dann soweit, die Monkies wurden geliefert. Gut verpackt in zwei stabilen Transportboxen standen sie auf ihrer Palette und warteten auf den Zusammenbau. Eigentlich müßte man nur das Vorderrad einhängen, die Blinker anschrauben und die Batterie aufladen und man wäre fertig. Da ich das Mokick allerdings verkaufen wollte, machte ich mich daran die lackierten Teile, den Lampenschirm, den Sitz sowie die Reifen von der „Kleinen“ auf die „Große“ zu tauschen. So konnte ich meine schicken Teile behalten und für die „Kleine“ mit den ganzen Neuteilen ein paar Pesetas mehr verlangen. :-) Die Umschrauberei war im beheizten Keller, welchen ich den -15° Außentemperatur vorzog, dann auch ganz bequem an einem Samstag erledigt.

monkey_neu_zylinderAm 15.01. ging ich mit allen nötigen Papieren (Deckungskarte, COC Papiere, Zollbescheinigung und Rechnung) zur Zulassungsstelle. Die Dame war sichtlich verwirrt; lehnte es aber trotzdem zuerst ab einen Blick in die Kopie eines Fahrzeugscheins zu werfen, welche der Händler freundlicherweise mitgeschickt hatte. Als ich sie dann den Unterzeichner der COC Papiere als Fahrzeughersteller eintragen wollte fragte ich sie nocheinmal, ob sie nicht vielleicht doch besser mal einen Blick auf die Kopie des Fahrzeugscheins werfen wolle. Das tat sie zum Glück anschließend auch und keine fünf Minuten später hatte ich den Schein in Händen. Dieser „Mehraufwand“ kostete nochmal 15 € extra zur normalen Zulassung. Blöd… Hätte ich die Kopie eines Fahrzeugscheins gehabt, hätte das die Sache bestimmt vereinfacht… Oh, Moment… ;-)

monkey_neu_anlegestelleEin paar Tage später, kontrollierte ich das Motoröl und tauschte das Gabelöl. Die Chinesen nehmen es mit den Füllmengen wohl nicht sonderlich genau und so war auch bei mir 1/3 des Gabelöls in dem einem und 2/3 des Gabelöls im anderen Tauchrohr. Als das korrigiert war und Schnee und Eis endlich von der Straße verschwunden waren konnte ich endlich auf die Piste. Das kleine Töff zieht gut los für seine ~8 PS.

Jetzt bin ich also die ersten 50km gefahren und alles läuft prima. Das einzige Problem, was ich bisher feststellen konnte war, dass es mir wirklich schwer fällt mich zurück zu halten noch nicht zu arg am Seil zu zupfen. Der Motor muß schließlich noch eingefahren werden. Achja… Und das Vorderrad auf dem Boden zu lassen. Das ist auch garnicht so leicht! :-)