Wenn, dann richtig!

Oder: „Meine Pein“ in zwei Akten.

Prolog

Da der Ersatzmotor, den ich damals glasperlenstrahlen ließ um ihn anschließend in meine GS400E zu bauen, mittlerweile durch ungesunde Geräusche aus Richtung der Nockenwellen auf sich aufmerksam machte, hatte ich mich dazu entschlossen den originalen Motor wieder fit zu machen um ihn an seinen angestammten Arbeitsplatz zurück zu bringen. Mittlerweile sind auch alle Teile für den Motor zusammen um ihn vom Rumpf aufwärts neu machen zu können, neuer Zylinder, neue Kolben, Kolbenbolzen, Kolbenringe, Ventile, etc.

Vorhang öffnet sich.

1. Akt

Ich bin also, mit Schmalzler und iPod ausgerüstet, in die Werkstatt gegangen um mir einen schönes Schrauberwochenende zu machen und um den alten Motor, der schon viel zu lange auf der Werkbank wartete, endlich etwas zu überholen.

Sonderlich weit bin ich allerdings nicht gekommen, denn nach dem Herausdrehen der eingeklebten Ölablassschraube habe ich feststellen müssen, dass das Gehäuse an eben dieser Stelle einen Riß hat. Verdammt.

Pause.

2. Akt

Davon nicht entmutigt machte ich mich ein paar Tage später daran, den bis dato verbauten Ersatzmotor mit meinem Vater zusammen auszubauen. Die Vorarbeit, alles aussenrum abgebaut zu haben, machte sich bezahlt. Der Motor war in fünf Minuten heraussen.

Wir haben ihn also auch auf die Werkbank verfrachtet und ich habe mich am nächsten Tag daran gemacht Zylinderkopf und Zylinder zu demontieren. Ventildeckel ab, Steuerkettenspanner und -umlenkrolle ab, Nockenwellen ausbauen, Zylinderkopf demontieren. Bis dahin lief alles so wie man es sich wünscht, absolut reibungslos. Aber dann ging’s los…

Der Zylinder hat sich standhaft geweitert sich vom Rumpf trennen zu lassen. Alles klopfen mit dem Gummihammer, Einsprühen mit diversen Hilfsmittelchen half nichts, er blieb stur.

Ich musste zum Brecheisen greifen um die beiden endlich auseinander zu bringen. Den Motorenentwicklern bei Suzuki sei dank, dass sie dafür am Zylinder entsprechende Flächen mit eingeplant hatten. Aber wer denkt, das sei mein Problem gewesen, der irrt sich! Jetzt kam der Gau.

Beim Lösen des Zylinders vom Rumpf ist aus den Bohrungen der Stehbolzen ein ganzer Schwung Sand (nein, kein Strahlgut! Sand wie in einem Sandkasten.) direkt in’s Kurbelwellengehäuse gerutscht. Ich habe keine Ahnung wie es überhaupt möglich ist an diese Stelle Sand zu bekommen, aber er war da. Leider. Nachdem der Zylinder endlich komplett unten war hat mir das ein vorsichtiges Drehen an der Kurbelwelle nochmal mit einem markerschütternden Knirschen bestätigt. Es blieb mir also nichts weiter übrig als aufzuräumen und es vorerst gut sein zu lassen.

Vorhang fällt.

Epilog

Nach reiflicher Abwägung, welches Vorgehen jetzt wohl das vernünftigste ist bin ich zu dem Schluß gekommen, dass ich den kleinen Riß im originalen Motor von einem Aluschweißer schweißen lassen und den Motor fit machen werde. Den anderen werde ich irgendwann mal, wenn ich die Muße habe, komplett zerlegen, reinigen und wieder zusammengebaut auf Lager legen.

Naja, es hätte (noch) schlimmer kommen können.

Keiner mag ihren Hintern

So. Heute morgen habe ich meine neuen Kolbenbolzen vom Suzukihändler abgeholt um endlich den anderen Motor fertig machen zu können. Also reinspaziert, bezahlt und wieder verschwunden.

Wie das aber nunmal bei Motorradhändlern so ist, reiht sich dort Maschine an Maschine und wird den Abhängigen dem Kunden zum Kauf angeboten. Also bin ich beim Verlassen des Ladens mal so durch die Reihen geschlendert und habe die neuen Suzukimodelle begutachtet. Leider ziemlich viel Plastik und Fassade, aber das ist wohl heutzutage so üblich…

Was mir ganz gut gefallen hat war die neue GSR, von der ich aus einiger Entfernung erst dachte es sei eine B-King, da sie ein sehr ähnliches Design hat. Als ich dann aber um die Ecke bog sah ich eine B-King, gegen welche die GSR doch recht zierlich aussah. :)

Also betrachtete ich den Brummer. Dabei fiel mir auf, dass sie keine Standardauspuffanlage mehr hatte. Als ich mir die Konstruktion so betrachtete und ein bisschen sinnierte ist mir auch aufgefallen, dass ich noch keine einzige B-King mit den originalen Fledermausohren gesehen habe.

Nun ja, Suzuki hat das wohl aber auch schon erkannt (wie ich grade eben erst bei einem Blick auf die Webseite festgestellt habe) und bietet die B-King mit ABS und einem Yoshimura Auspuff an, was nicht nur gut aussieht, sondern sicherlich auch ganz anständig klingt. :)

Bleibt abzuwarten wie das Design der nächsten BK-Version ausfällt. Ich bin gespannt. :)