Andere Moppeds, Fotos, Fuhrpark, Langstrecke, Unterwegs, Videos
Kommentare 8

#touratien – Kroatien Tour 2010

Montag, 12. Juli – Glücksspiel, Nudisten und Touribunker

Gemona del Friuli (Italien) – Poreč (Kroatien)

Wie so oft sah die Welt am nächsten Tag gleich viel freundlicher aus und auch der Campingplatz machte jetzt einen wirklich netten Eindruck. Nach der Morgenroutine und dem ersten original italienischen Cappuccino sattelten wir die Eisenrösser und brachen auf mit dem Plan, wenn möglich, bis Kroatien durch zu fahren.

Es zeigte sich mal wieder, dass es die absolut richtige Entscheidung war nicht über die Autobahn, sondern über Land zu fahren. Wir waren nur wenige Kilometer von der slowenischen Grenze entfernt, als wir zu beiden Seiten der Straße ein Denkmal sahen. Zuerst fuhren wir daran vorbei, drehten aber von Neugier getrieben doch noch um. Was wir hier gerade entdeckt hatten war das Kriegsdenkmal Redipuglia, das größte Italiens. Es wurde zum Gedenken an die gefallenen Soldaten des ersten Weltkriegs errichtet, von denen an dieser heiß umkämpften Stellung ca. 100000 gefallen sind. Eine unglaubliche Zahl.

Mit einem seltsam bitteren Nachgeschmack fuhren wir weiter Richtung Slowenien. Ich hatte keine wirkliche Vorstellung, wie es in Slowenien sein würde, aber dass es so schön sein würde, hätte ich nicht gedacht. Eigentlich schade, dass es nur eine Durchreise Station war, aber vielleicht komme ich irgendwann mal wieder. Bestimmt sogar. In einem kleinen Hafenrestaurant aßen wir etwas zu Mittag, bevor wir zum heutigen Endspurt ansetzten.

In Sečovlje überquerten wir die Grenze zu Kroatien. Schon beim Übertritt fiel mir eine Leuchtreklame mit einer Diagonale von vielleicht 15m auf, die mir vorschlug, ich solle doch mal einen Abstecher in’s Casino machen. So etwas hatte ich bisher an noch keinem Grenzübergang gesehen. Die Gegenden um Grenzübergänge herum zählen ja meistens nicht zu den schönsten, aber das hier war nun so gar nicht meine Welt… Nun ja, so lernten wir dann eben Istrien kennen. Ein Nudistencamp und Touribunker reihte sich an den anderen. Nicht gerade das, was wir suchten. Mir war klar, dass es besser werden würde, sobald wir nur weit genug von der Grenze weg wären, aber auch dieses Wissen konnte meiner momentanen Gefühlslage keinen wirklichen Aufschwung geben. So eine Tour ist eine Aneinanderreihung vieler kleiner „Lebe den Moment“ Situationen, und der Moment in dem ich gerade lebte kotzte mich ein klein wenig an. Beim Campingplatz Plava Laguna in Poreč hatten Herr Trölf und ich schließlich keinen Bock mehr und sagten für „schlappe“ 22€ pro Person/Zelt/Nacht zu. Wenigstens hatte der Campingplatz nicht die Ausmaße einer Kleinstadt, wie einige andere, die wir gesehen hatten. Und bei einem Feierabendbier kamen noch ein paar sehr nette langzeitbelichtete Fotos heraus.

8 Kommentare

  1. kinderstampfer sagt

    Hach!

    Naechstes Jahr ist bei mir auch wieder was laengeres mit einem einspurigen Gefaehrt faellig. Ob muskelbetrieben oder mit der bockigen Innviertlerin steht noch nicht fest.

    Danke, sowas zu lesen motiviert :-)

  2. Sehr schöner Bericht und tolle Bilder. Leider bin ich erst jetzt dazu gekommen, ihn zu lesen. Ich hoffe ja auch nächstes Jahr und die 50er Tour. Das wird bestimmt auch spaßig. :)

  3. Wow, wirklich echt toller Reisebericht und die Fotos fangen die Stimmung der kroatischen Landschaft wirklich super ein.

    Jedem der die Tour machen will kann ich jedoch empfeheln sich ein wenig mehr Zeit zunehmen und noch weiter südlich runter zu fahren bis nach Dubrovnik. Landschaft und Stadt lohnen sich sehr.

    Grüße

    • @Steffen: Danke! :)

      Wir wollten eigentlich auch länger bleiben, aber Kroatien war deutlich teurer, als wir angenommen hatten und uns ging die Kohle aus. :) (Okay, wir ließen es uns aber auch gut gehen.)

      Aber da uns Slowenien so gut gefallen hat und wir auch nicht in Bosnien waren, waren wir uns eigentlich einig der Ecke der Welt ohnehin nochmal einen Besuch abstatten zu müssen. :)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hinweis: Wenn du „Meinen Namen, E-Mail und Website in diesem Browser speichern, bis ich wieder kommentiere.“ anhakst, bekommst du einen Keks. Bzw. sogar mehrere Kekse! Denn dann werden auf deinem Rechner Cookies abgelegt, die (bis auf den Nachrichtentext) deine gemachten Eingaben beinhalten. Das ist ein reines Komfort-Feature, du musst es nicht benutzen.