Alle Artikel mit dem Schlagwort: BMW

Je suis Marcel – BMW S 1000 R

Gedankenverloren ließ ich das Victorinox auf- und zuschnappen und schickte dem letzten Bissen des schweizerischen Schinkens einen Schluck Rivella hinterher. Ich betrachtete die S 1000 Einfach-R, die nun endlich halbwegs sicher auf einem freiliegenden Stück des Felsens stand, auf dem wir uns gerade befanden. Die letzten Minuten und Kilometer noch einmal Revue passieren lassend, hatte ich plötzlich das Bild von Marcel Reich-Ranicki vor dem inneren Auge, wie er beim literarischen Quartett in seinem Sakko versackt da sitzt und mit gellender Stimme und dem typisch scharf gelispelten S „Nein, nein, nein! Was soll das?“ plärrt. Wieso ausgerechnet Reich-Ranicki? Keine Ahnung. Ist an sich aber auch nicht weiter von Belang, denn seine Kritik, die mir offenbar so in Erinnerung geblieben ist, passte auch gut auf die BMW: So eine großartige Maschine und dann dieses Design? Was soll das?

Der Kriegsberichterstatter – BMW S1000RR 2k15

Es war ein Schlachtfeld. Babyblaue Supersport-Schrapnelle Marke König Ludwig 9000 flogen mir um die Ohren, mein Puls hatte mit der Leistung der Maschine mindestens gleichgezogen und von meinem Instruktor fehlte jede Spur. Er hatte mich zum Sterben zurückgelassen, oder als mobile Schikane für die wahnsinnigen Schlächter der roten Gruppe. Ich hatte wieder zwei Angriffe überlebt und mir ging das gelächelte „Ja neee, is‘ klaaa!“ durch den Kopf, mit welchem die Startlistenfrau meinen Wunsch doch bitte in der grünen, der langsamsten der drei Geschwindigkeitsgruppen starten zu wollen kommentiert, und mir dabei den gelben Aufkleber der mittleren Gruppe auf den Helm gepappt hatte. Mein unrepräsentativ schnelles Outfit hatte sie wohl zu dieser fatalen Fehleinschätzung verleitet. Ach, hätte ich doch nur etwas vehementer protestiert …

Rise of the Hipsters – Intermot 2014

Ein Tag auf der Intermot muss nicht zwingend sein wie der kreuzbeladene Gang nach Golgota an einem geschäftigen Sonntagmorgen. Das ist die Erkenntnis, gezogen aus dem Besuch vom vorletzten Wochenende. Es kommt einfach nur auf die richtige Motivation für den Besuch an: Geht man hin, um sich tatsächlich das Material für nächstes Jahr anzuschauen, brummt einem nach kürzester Zeit messematt der Kopf. Geht man aber hin, um Leute zu treffen, sich skurrile Geschichten aus dem Messealltag anzuhören, Pizza zu essen und Espresso zu trinken, und nimmt lediglich zwischen den einzelnen Stationen fotografisch mit, was einem der Zufall ins Netz treibt, kann die ganze Sache ziemlich entspannt sein. Die zweite Erkenntnis: Die Hipster sind auf dem Vormarsch! Wo man hinschaut und -hört, Jethelme, Waxcotton Jacken, Bärte und Indie-Folk. — Okay, das war vielleicht ein klein wenig übertrieben. Die Intermot ist noch kein Distinguished Gentleman’s Ride, aber mit zwei Jahren Abstand zum letzten Besuch fällt schon auf, dass sich das Bild gewandelt hat. Die Hersteller haben gemerkt, dass es da eine Gruppe junger (nicht ganz so alter) …

Hey Kumpel, willst du zwei R kaufen?

CBR500R, CB500F, CB1100, MSX125, Goldwing F6B und CBR600RR. Das stand auf dem verknitterten Zettel in meiner Jackentasche, den ich mir für Hondas Pressetage in Weibersbrunn zurechtgekritzelt hatte. Eigentlich war ich ja hier, um möglichst viele der neuen Modelle zu fahren, mir eine Meinung zu bilden und dann, wie die Kollegen, einen Artikel zu schreiben, mit dem Titel „Von Posh bis Sporty Spice, welcher Honda-Typ bist du?“ oder etwas in der Art. Doch wie man sieht, es kam anders.

OMG, ein wassergekühlter Boxer! – Intermot 2012

Es ja gibt Leute, die können sich tagelang auf Messen aufhalten, treiben so durch die Massen, informieren sich hier und dort und schleppen am Ende einen Kubikmeter Broschüren, Kugelschreiber, Aufkleber und sonstiges Werbezeug mit nach Hause. Das ist nichts für mich. Ich bin einfach kein Messemensch. Aber ich musste mal wieder raus und irgendwas unternehmen, irgendwas mit Motorrädern. Herrn Trölf ging es genauso und da keiner von uns bisher auf der Intermot war, fuhren wir relativ kurzentschlossen dort hin.

#mintt11 – Metzeler Interact Testtage

So, frisch und entspannt zurück von einer kleinen Vogesen-/Elsass-/Schwarzwald Tour habe ich auch endlich mal die Muse den, wie üblich, viel zu lange schon überfälligen Blogeintrag zu den Metzeler Interact Testtagen fertig zu schreiben. Metzeler hat ein paar Forenuser, Twitterer und Blogger, unter anderem auch meine Wenigkeit, eingeladen am 27. Mai in das LUK Driving Center in den Baden-Airpark zu kommen um die Reifenpalette mit Interact Technologie Probe zu fahren.

Neues Mopped und Touratech Travel Event

Seit Ende letzten Jahres war ich schon auf der Suche nach einer Tourenmaschine. Ich hörte mich im Freundes- und Bekanntenkreis um und durchforstete die einschlägigen Online-Plattformen, aber es ergab sich nichts. Entweder hatten die Maschinen zu viele Kilometer drauf, waren zu teuer, zu verbastelt, zu verranzt oder alles auf einmal. Am Samstag vor einer Woche stieß ich in mobile.de dann zufällig auf eine Honda CX500. Sie war Baujahr 83, hatte knapp über 42000km auf der Uhr, war (quasi) aus erster Hand, hatte noch relativ neue Reifen und einen Koffersatz mit dabei. Eigentlich suchte ich ja, nachdem ich ein paar Mal mit der Trölfschen Ténéré durch die Gegend bollern durfte, eine Reiseenduro und kein Utensil zur Fäkaltankentleerung, aber die Maschine hatte einen gewissen Charme. Außerdem sind die CX500 Motoren bekanntermaßen sehr robust und mit dem Kardanantrieb bestens zum Touren geeignet. Nachdem ich mich in einigen Foren und auf Fanseiten über die Technik und eventuelle Schwachstellen informiert hatte, rief ich den Verkäufer an und machte noch für den gleichen Tag einen Besichtigungstermin aus.