#mintt11 – Metzeler Interact Testtage

So, frisch und entspannt zurück von einer kleinen Vogesen/Elsass/Schwarzwald Tour habe ich auch endlich mal die Muse den, wie üblich, viel zu lange schon überfälligen Blogeintrag zu den Metzeler Interact Testtagen fertig zu schreiben. Metzeler hat ein paar Forenuser, Twitterer und Blogger, unter anderem auch meine Wenigkeit, eingeladen am 27. Mai in das LUK Driving Center in den Baden-Airpark zu kommen um die Reifenpalette mit Interact Technologie Probe zu fahren.

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Wheelie Days

So. Hier ist er, der zweite Teil des Honda/Wheelie Wochenendes.

Wir hatten uns gerade bei Honda von den anderen Bloggern verabschiedet und waren auf der Landstraße unterwegs Richtung Stuttgart. Autobahn wollten wir uns nicht antun. Ich fuhr mit meinem Oldschool Navi, einer ausgedruckten und auf den Tank geklebten Anfahrtsbeschreibung von Google Maps vorneweg. Navigieren ist bei mir ja ehr ein Glücksspiel. Es klappt mal mehr, mal weniger gut. Diesmal klappte es (wie eigentlich meistens) ehr weniger gut. Gerade mal eine Viertel Stunde unterwegs und schon stimmte irgendwas nicht. Unser nächster Wegpunkt war seit über einem Kilometer überfällig und wollte sich auch nach einem weiteren Kilometer nicht zeigen. Die ersten vier oder fünf Wegpunkte hatten gepasst… Eigenartig. Wir hielten an und berieten uns. Nach einem kurzen Blick auf Marcs Milestone waren wir aber ziemlich schnell auf der B45, auf die wir eigentlich auch wollten. Von hier ab ging es nur noch geradeaus. In Eberbach bog Micha, der zum Suzuki GS Stammtisch nach Karlsruhe weiter wollte rechts, Stephan, Marc und ich links ab und wir schlängelten uns weiter den Neckar entlang. Ich mag die Strecke. Hier bin ich mit Ernie und Bert schonmal langgefahren. Man kommt zügig vorwärts und hat trotzdem eine schöne Kulisse! Kurz vor Stuttgart übernahm ich wieder die Führung. Diesmal klappte es zum Glück etwas besser mit der Navigation und so trudelten wir gegen halb Elf bei Andi und Tanneliese ein, wo auch schon Patrick und Boris auf uns warteten. Die beiden sind mit ihren Fuffies runtergefahren. #alpen50 Testfahrt und so… :)

Zack! Wach. Meine innere Uhr hatte sich zuverlässig auf den Tourenmodus umgestellt. Wir saßen gestern Abend für unsere Verhältnisse nur noch kurz zusammen; der ereignisreiche Tag forderte seinen Triubut und der Wheelie Kurs sollte auch ziemlich zeitig losgehen.

Beim Frühstück diskutierten wir aus, wie wir denn nun zur neuen Messe kommen würden, schließlich waren wir mit drei Fuffies und drei Motorrädern ein wenig ungleich motorisiert. Wir entschieden uns dafür etwas früher los zu fahren und eine 50er taugliche Strecke zu nehmen, sattelten aber, da gestern wohl irgendwann an Andis RD50 der Zündfunken abgefallen ist, im wahrsten Sinne des Wortes um, und es nahm jeder von uns einen Sozius auf den großen Moppeds mit.

Angekommen waren wir die ersten auf dem großen Parkplatz der neuen Messe. Unser Übungsareal war bereits abgesteckt und Lothar drehte darauf ein paar Runden mit seinem neuen Stuntbike, einer Suzuki Gladius. Wir standen eine Weile staunend daneben und begutachteten anschließend unsere Übungsmaschinen. 250 Kubik Einzylinder Sumos, extra gebaut für das Moto Action Team. Langsam trudelten auch die anderen Teilnehmer ein und wir erledigten schonmal die Formalitäten. Als wir komplett waren teile Lothar uns in zwei Gruppen auf. Es wären zwar genug Moppeds da gewesen, dass alle gleichzeitig hätten fahren können, aber wir würden die Pausen brauchen, meinte er. (Und wie Recht er damit haben sollte! :))

Es ging los mit dem Theorieblock. Lothar erzählte erst einmal, wie es nicht geht. “Es schwirren ja eine ganze Menge Halbweisheiten im Internet herum.” Danach erklärte er, wie es funktionieren soll und was physikalisch dahinter steckt. Das klang ziemlich einleuchtend. Aber theoretisch verstehen und praktisch umsetzen sind zwei paar Schuhe. Und für einen ersten Versuch der Umsetzung des gerade gelernten gingen alle Mann zum Wheelie Simulator. Eine schwere Konstruktion auf einem Anhänger, die ein wenig aussieht wie ein Rollenprüfstand, auf dem jemand ein Motorrad festgeschraubt hat. Ich ließ den anderen den Vortritt und stieg als letzter auf das Konstrukt. Ich war erstaunt. Es klappte eigentlich recht gut! (Lag bestimmt an der mitlaufenden Kamera! :))

Jetzt ging es an die Motorräder. Die erste Übung bestand darin, im ersten Gang zu fahren, fast bis zum Stillstand herunterzubremsen und dann “Hopp!” hoch mit dem Vorderrad. Theoretisch das gleiche wie auf dem Simulator. Praktisch wollte es bei mir absolut nicht klappen. Der Teil mit dem Fahren und bis fast zum Stillstand herunterbremsen war natürlich keine wirkliche Herausforderung, aber das Rad! Das verdammte Teil wollte sich einfach nicht vom Boden lösen. Die Gruppen wechselten ein paar Mal durch und als wir zur zweiten Übung kamen, war ich zugegebenermaßen ein wenig frustriert. Gleich bei der ersten Übung kläglich versagt! Die zweite Übung sollten wir aus dem Stand starten, mit beiden Füßen am Boden. Hö?! Das klappte wunderbar! Frisch motiviert lief ich bei der dritten Übung, einer Variation der zweiten Übung, bei der wir den rechten Fuß auf die Raste stellen sollten zu meiner persönlichen Höchstform auf und es fanden endlich auch die Ratschläge Anwendung, was zu tun ist, wenn sich das Rad in der Luft befindet. :)

Stephan nahm zwischendurch immer wieder mal Material für eine neue Folge Mopeten.TV auf. Ich sollte für die Kamera einen Tipp abgeben, wer meiner Meinung nach denn heute die Wheelie Trophäe mit nach Hause nehmen würde. Ich tippte auf Marc. Schließlich hatte er durch seine Größe einen guten Hebel und mit einer 250er Enduro ist er auch vertraut, schließlich fährt er ja eine KLX. Ob ich mit meiner wissenschaftlich fundierten These richtig lag, erfahrt ihr in der nächsten Mopeten.TV Folge! ;)

Andere aus unserer Gruppe waren deutlich besser als ich aber gegen Ende war ich nicht nur ziemlich ausgepowert, sondern eigentlich auch recht zufrieden mit meinen Versuchen. Ich bekam sogar vom Coinstruktor Canico ein Thumbs Up. :) Auch Stephan, Marc, Andi, Ernie und Bert konnte man von Runde zu Runde zuschauen, wie sie besser wurden.

Die Sonne brannte den ganzen Tag schon ganz anständig runter und als Lothar merkte, dass die Kondition bei allen so langsam nachließ, machten wir Schluss. Es war auch wirklich genug! Nach der feierlichen Verleihung der Wheelie Trophäe machten wir uns wieder auf den Rückweg und entschädigten uns für die ganze Plackerei mit ein paar richtig leckeren Burgern und kühlen Bier im “Eimer”. Der Abend war ein würdiger Abschluss für diesen Tag.

Wir durften noch einmal die Gastfreundschaft von Andi und Tanneliese genießen und machten uns am nächsten Tag, so gegen Mittag, auf den Rückweg. Wir fuhren die gleiche Strecke am Neckar entlang, wie wir sie auf dem Hinweg auch genommen hatten. Nach einem letzten gemeinsamen Stopp mit Mittagessen in der Burg Hornberg (Hui! Die Preise!) klemmte sich Stephan direkt auf die Autobahn. Marc fuhr noch ein Stück mit mir, um sich möglichst wenige Autobahnkilometer antun zu müssen. Ab Babenhausen war ich allerdings wieder alleine unterwegs und kurze Zeit später auch schon wieder zu Hause. Ein absolut geniales Wochenende! :)

Und nochmal ein ganz dickes Dankeschön an Andi und Tanni, die uns so fürstlich umsorgt haben! :)

Zu den Artikeln und Fotos von Marc und dem Herrn Trölf geht es hier entlang:

Nachtrag:

Die Mopeten.TV Folge Nummer 51 ist online. Mit dem amtlichen Endergebnis! ;)

Honda Power of Dreams Testtage 2011

Mein Wecker stand auf sieben Uhr. Eigentlich unnötig früh, brauche ich bis zur Honda Akademie doch gerade mal eine viertel Stunde. Ich wollte an diesem Wochenende aber nichts dem Zufall überlassen, denn es stand nicht nur das Probefahren der Modellneuheiten 2011 bei Honda auf dem Programm, nein, es ging von Erlensee aus direkt weiter nach Stuttgart, wo wir uns am nächsten Tag von Lothar Schauer zeigen lassen wollten, wie man einen Wheelie fährt, wenn man denn weiß, wie es richtig geht.

Um kurz vor Sieben schaltete ich den Wecker aus. Ein seltenes Phänomen, dass ich ihn nicht brauche, aber die Vorfreude trieb mich scheinbar aus den Federn. Ich nutzte den zusätzlichen Puffer für ausgedehntes Frühstück. Gut gestärkt und mit einigen Darjeeling intus packte ich Ausrüstung ein, schnallte meinen Bandit Helm an den Gepäckträger und brummte los. Eine viertel Stunde später rollte ich auch schon mit der CX auf den Parkplatz.

Bereits auf dem Weg zum Eingang sah ich einige mir bekannte Maschinen, deren Fahrer ich kurz darauf an der Rezeption traf. Eine einzige große Hallo Runde. Schön alle mal wieder zu sehen! :)

Nachdem ich die Akkreditierung in der Tasche hatte, konnte es endlich losgehen.

CBR250R

Ich war von der neuen Zweihundertfünfziger bei ihrer Präsentation schon total begeistert. Endlich baut mal wieder jemand eine einfache, handliche Alltagsmaschine! Und dann auch noch mit serienmäßigem Combined ABS! (Was ich zwar nicht gebraucht hätte, für viele aber eventuell ein Kaufgrund ist?) Ich war natürlich neugierig darauf, ob die Vorstellungen, die ich von der Maschine hatte sich bewahrheiten würden und so sollte mein erstes Testobjekt die CBR250R sein.

Ich schnappte mir den Schlüssel und eine Kartenmappe, auf der eine lange und eine kurze Route aufgezeichnet waren, stimmte mich mit Ralf, Moritz und dem Griesgram ab und unser kleiner Testconvoi zog los.

Wir hatten uns entschieden, keine der eingezeichneten Routen zu nehmen, sondern einfach mal ein paar uns bekannte Strecken abzufahren. Dazu mussten wir allerdings erst einmal ein paar Kilometer Autobahn über uns ergehen lassen. Ralf und der Griesgram zogen auf ihren Satte Liter Schüsseln (CB1000R und CBR1000R) Moritz und mir auf den beiden CBR250R natürlich gnadenlos davon, aber als der Motor einigermaßen Betriebstemperatur erreicht hatte, gab ich Kitt und testete die Höchstgeschwindigkeit. Flach hinter dem Windschild zusammengefaltet schaffte die CBR 170km/h und hatte noch ein wenig Luft, bis auf dem Drehzahlmesser der rote Bereich anfing. Es spricht also auch nichts dagegen, sollte man es mal eiliger haben, eine Weile Dauervollgas zu fahren.

Endlich wieder herunten von dieser zugegebenermaßen praktischen, aber furchtbar langweiligen Erfindung Autobahn schlängelten wir uns eine kleine kurvige Strecke entlang, wo sich die Handlichkeit der 250er gut testen ließ. Absolut einwandfrei! Es macht wirklich Spaß mit der Kleinen durch die Kurven zu räubern! Hatte ich ehrlich gesagt aber auch nicht anders erwartet! ;)

Auf meinem Rückweg testete ich auf einer Geraden noch kurz das ABS und wahr sehr überrascht, wie sanft so ein modernes Bremssystem doch arbeitet. Bevor ich mich letztlich zurück auf den Weg zur Basis machte, legte ich noch einen kleinen Zwischenstopp an der Burg Alzenau ein um ein paar Fotos zu schießen.

Zurück in der Honda Akademie, als ich die CBR gerade abgestellt hatte, sah ich, dass Marc und Stephan mittlerweile auch schon angekommen waren. Damit war die Wheelie Truppe zu 50% vollständig. Die andere Hälfte würden wir in Stuttgart treffen. :)

Es war sehr klug von Honda die CBR250R nur in dieser “farbenfrohen” Lackierung zur Verfügung gestellt zu haben. Wäre sie schwarz gewesen, hätte es durchaus passieren können, dass am Ende der Veranstaltung eine gefehlt hätte. ;)

Goldwing

Als ich von der Rezeption kam, den Schlüssel für die Goldwing in der Hand, war der Parkplatz so gut wie leer. Es standen, außer meinem Koloss, nur noch die Roller der kleineren Hubraumklassen herum. Vierhundertziebzehn Kilo Stahl, Aluminium und Plastik flößten wohl doch Respekt ein. Entweder das, oder die Leute hatten  die gleiche Vorstellung davon, wie sich so ein Motorrad fahren lässt, wie ich sie hatte.

Ich verstaute meine Kartenmappe im Kofferraum – schließlich hatte ich ein Navi – und nahm Platz. Knöpfe zu meiner Rechten, Knöpfe zu meiner Linken. Nach der doch nötigen Einweisung in das Gefährt schloss ich mein iPhone an die Stereoanlage und rollte mit Ironman von Black Sabbath vom Hof. – Wie passend!

Ich fuhr einfach der Nase nach. Zuerst durch eine kleine Ortschaft, mit engen Gassen, dann ein Stück über Land und anschließend auf die Autobahn. Bei einem kurzen Test der Höchstgeschwindigkeit stellte ich fest, dass die Goldwing ähnlich sensibel wird, wie meine Güllepumpe. Liegt wohl am Verhältnis Steifigkeit der Gabel zu Gewicht. Aber wer fährt schon dauerhaft Höchstgeschwindigkeit mit so einem Motorrad? Viel angenehmer ist es da doch, bei 160 den Tempomat zu aktivieren, ganz gemütlich dahin zu gleiten und sich von der Hifi Anlage beschallen zu lassen.

Als ich der Meinung war, die Autobahntauglichkeit meines Luxusliners zur Genüge getestet zu haben, fuhr ich von der Autobahn ab und nahm wieder ein paar Kilometer Landstraße unter die Räder. Erstaunt darüber, wie brauchbar die Schräglagenfreiheit der GL doch ist, beschloss ich meine Testfahrt zu beenden und mich vom Navi zurück zur Honda Akademie dirigieren zu lassen. Und hier habe ich wirklich mal etwas zu kritisieren. Das Navi ist murks! Es wirkt antiquiert und ist unglaublich langsam. Kein Vergleich zu z.B. einem aktuellen Navigon, wo man in einer hübschen Grafik eindeutig angezeigt bekommt, welche Spur man zu nehmen hat. Und sollte man tatsächlich mal an einem Wegpunkt vorbeigefahren sein, dauert es für meinen Geschmack einfach viel zu lange, bis eine alternative Route zur Verfügung steht. Da hätte die Goldwing wirklich etwas besseres verdient!

Aber das ist lediglich ein kleiner Wehrmutstropfen. Marc und Dennis konnten den Watz letztes Jahr bereits Probe fahren, weshalb ich in der Theorie schon wusste, was mich erwarten würde. Überrascht hat mich die Goldwing dennoch. Schub aus dem tiefsten Keller, einfaches Handling und einem unvergleichlichen Komfort, der mir beim Schreiben des Artikels hier wohl noch nachhing. :)

“Ich liebe die Bequemlichkeit und finde es äußerst mühsam, geistreich sein zu müssen.”

- Molière, Die gelehrten Frauen

Rancher (ATV)

Leider verpasste ich durch meinen Ausritt auf der Goldwing die Präsentation vom Asimo. Schade, hätte ich gerne gesehen. Und die Crossrunner waren auch alle noch unterwegs. Kaum kam mal wieder eine auf den Hof gerollt, war sie auch schon wieder weg.

Um die Wartezeit ein wenig zu verkürzen habe ich mit Micha zusammen mal ein paar Runden auf den ATVs gedreht. Mit Lenker, dafür ohne Schräglage fühlte sich das Fahren auf dem kleinen Nutzfahrzeug fast ein wenig an wie Gespann fahren und ließ, wenn man nur mit Heckantrieb unterwegs war, auch ein paar spaßige Drifts zu. :)

Womit ich allerdings ein wenig meine Mühe hatte, war das Daumengas. Denn anders als beim Motorrad, bei dem man durch Drehen des rechten Griffs fossile Brennstoffe in Endorphine umwandelt, funktioniert das bei einem ATV mit einem kleinen Hebel, den man mit dem Daumen der rechten Hand bedient. Mir fehlt da wohl ein wenig die Feinmotorik eines Försters. Binärgas.

HF2417 (Rasentraktor)

Da auch nach unserer ATV-Aktion noch immer kein Crossrunner abzugreifen war, lieferte ich mir noch ein heisses Rasentraktorduell mit Mike. Die erste Runde versiebte ich leider, da ich im Eifer des Gefechts auf dem Rückweg nicht Slalom um die Hütchen fuhr, sondern ganz nonchalant abkürzte. Zu recht auf einer Revange bestehend, brannte ich ihn in der zweiten Runde aber so richtig her! :D – Hätte er nicht eine Hand im Gips gehabt, wäre ich allerdings wohl der Hergebrannte gewesen, denn er war auch einhändig noch verdammt schnell! :)

Crosrunner

YES! Endlich! – Es war schon relativ spät, aber ich hatte es tatsächlich noch geschafft den Schlüssel für einen Crossrunner zu ergattern! Zusammen mit Micha auf einer CBR600F nahm ich die gleiche Strecke in Angriff, wie wir sie auch gefahren sind, als ich mit der Zweihunderfünfziger unterwegs war. Also erst ein paar Kilometar Autobahn, dann Landstraße.

Da ich Jochen die Maschine förmlich unter dem Hintern weggeschnappt hatte, musste ich bei unserer Autobahnetappe nicht mehr darauf achten, den Motor warm zu fahren und konnte gleich mal etwas kräftiger am Gasseil zupfen. Macht man das, wird man feststellen, dass man ziemlich schnell ziemlich schnell wird! Und dann freut man sich nicht nur über die guten Bremsen, sondern auch über das Windschild, das einen ein wenig entlastet. Ab 180 stellte sich bei mir allerdings ein ziemlich nerviges Kopfpendeln ein. Als wir gegen Ende der Veranstaltung alle zusammen saßen, stellten wir fest, dass Prof. Dr. Gleich bei ähnlicher Größe und Statur nicht mit diesem Problem zu kämpfen hatte, was uns zu dem Schluss brachte, dass es wohl an meinem Helm gelegen haben muss.

Auch auf der Landstraße schlug sich der Crossrunner gut! War mir die Position der Fußrasten am Anfang noch etwas zu sportlich, war sie beim Kurvenräubern auf den kleinen gewundenen Sträßchen genau richtig!

Kurz und bündig: Toller Motor. Tolles Fahrwerk. Tolle Bremsen. – Tolles Mopped!

Der erste Teil eines grandiosen Wochenendes neigte sich dem Ende zu und als wir uns von den anderen verabschiedet hatten, brachen Marc, Stephan, Micha und ich auf Richtung Süden, zum lang ersehnten Wheelie Training. Dazu aber mehr im nächsten Blogeintrag! :)

Reisevortrag “Oman – Island” im Café “Alte Schule”

Island konnte ich bisher nicht wirklich viel abgewinnen. Kalt und nass ist es dort und Nachts wird es nicht vernünftig dunkel. Wunderschön mit Sicherheit, aber irgendwie nicht so mein Ding. Mich zieht es ehr dahin, wo es heiß und trocken ist und Nachts dunkel.

Aber wie gesagt, bestimmt schön anzuschauen. Und um eben das zu tun (und weil Patrick und Micha im Sommer dort hin wollen), sind wir vor drei Wochen in das Café Alte Schule im Bergischen Land gebrummt. Dort zeigte Erik Peters, Moppedreisender und Author, den Vortrag zu seiner letzten Reise, Oman – Island.

Bestens vorbereitet hatte ich meine Koffer schon am Vorabend gepackt und bereitgestellt, so dass ich sie heute nur noch an die Gülle schnallen und losbollern musste. Ein kurzes Stück Autobahn hatte ich zu nehmen, bevor ich nach einer viertel Stunde schon an der Tankstelle stand, wo ich mich mit Patrick verabredet hatte. Nach einer Weile hörte ich auch schon den Einzylinder der Ténéré angeblubbert kommen. Ein schnelles Red Bull und es ging direkt weiter, Micha aufsammeln.

Bei ihm angekommen konnte ich auch endlich Mal seine Suzuki DR350 live bestaunen, die er sich extra für die Island Tour zugelegt hatte. Tolles Teil, mit Alukoffern und Safari Tank.

Jetzt, da wir soweit komplett waren, konnten wir die Strecke in Angriff nehmen, die Micha rausgesucht hatte. Komplett über Landstraße ins Bergische Land. Wir fuhren los und ich schmunzelte noch, dass bei den beiden Einzylinder Enduros vor mir beim Abtouren immer kleine Wölkchen aus dem Auspuff aufstiegen, als Michas DR plötzlich anfing zu qualmen wie ein Kartoffelfeuer. Wir rollten in eine Bushaltestelle und inspizierten die Maschine. Die Suzuki hatte massiven Ölverlust. Bei laufendem Motor sprudelte irgendwo am Zylinderkopf das Öl wie bei einem Bohrturm nur so heraus.

Micha war (verständlicher Weise) ganz schön am Fluchen, aber für solche Fälle hat der Mann von Welt schließlich eine Zweitmaschine. Als die DR neben einem Fußballplatz geparkt war, schnallte ich die Koffer von der Güllepumpe ab und fuhr mit Micha zurück, seine Katana holen.

Uns wurde zwar langsam die Zeit knapp, aber auch das konnte uns nicht dazu bewegen die Landstraße zu verlassen. Eine paar Minuten nach Vortragsbeginn kamen wir am Café an. Marc und seine Diesel Enfield waren auch schon da. Wir schlichen uns in den Vortragsraum, lauschten den Anekdoten von Erik und seinem Kumpel Carsten und in meinem Kopf manifestierten sich plötzlich Bilder einer Güllepumpe mit Stollenreifen und Scramblerauspuff… Vielleicht ist es gar nicht so kalt und nass dort…

Nach dem Vortrag saßen wir noch mit Erik und Carsten zusammen und unsere Island Division holte sich Streckentipps ab, während wir uns ein paar richtig leckere Cheeseburger und Bier gönnten.

Als Erik und Carsten aufgebrochen waren stellten wir unsere Zelte auf, machten ein Lagerfeuer und ließen einen tollen Tag, der mit einer Panne begann, auch mit einer Panne ausklingen. :)

Am nächsten Tag wurden wir von dröhnenden Motoren geweckt. Der Parkplatz des Café füllt sich am frühen Samstag Sonntag Vormittag wohl immer mit richtig tollen Klassikern. Nach einem anständigem Frühstück, bestehend aus Rührei und Speck, schlenderten wir noch ein paar Mal über den Platz, bauten unsere Zelte ab, verabschiedeten uns und traten die Rückreise an.

Bleibt mir eigentlich nur noch den Herrn Trölf zu zitieren:

Ein feiner, erster Campingausflug 2011!

- Ernie Trölf

Jep! Und das Café Alte Schule kann ich wirklich empfehlen! Ich wünschte sowas gäbe es bei uns in der Gegend auch!

Einmal Tank entrosten? Eins Achtzig, der Herr!

Der innere Zustand des Tanks war eigentlich das Einzige, was bei mir ein wenig Bauchschmerzen verursachte, als ich die TS bei der Abholung inspizierte. Rost, überall. Nicht der leichte Flugrost, wie ihn viele Tanks haben, nein, er war innen flächendeckend braun. Braun und rau wie Putz.

Das hätte mich ja nichtmal weiter gestört; der Tank kann innen von mir aus so rostig sein, wie ihm das gefällt. Was mich aber doch gestört hat war, dass sich der Benzinhahn immer wieder zusetzte. Das wiederum führte natürlich dazu, dass der Motor nicht anständig lief und das ist bekanntlich schlecht für’s Karma.

Da traf es sich gut, dass Marc vor einer Weile mal einen Blogeintrag verfasste, in dem er beschreib, wie man ohne große Mühe einen Tank selbst chemisch entrosten kann. Alles was man dazu benötigt ist ein Motorrad- oder Autobatterieladegerät und etwas Chlorreiniger. Man gibt drei Teile Wasser auf einen Teil Chlorreiniger in den Tank, schließt den Minuspol am Tank an und hängt den Pluspol in die Chlorlösung. Möglichst ohne dabei einen Kurzschluss zu fabrizieren.

Soweit die Kurzfassung.

Weil mein Tank, wie bereits erwähnt, extrem rostig war und der Versuch der Beschaffung von Badreiniger auf Natriumhypochlorit Basis (das brauchts nämlich!) an Karfreitag vermutlich ein reichlich sinnloses Unterfangen gewesen wäre, lud ich, um den locker sitzenden Rost zu entfernen, eine gute Hand voll Spaxschrauben in den Tank und ließ ihn, gut verschlossen und in Decken gewickelt, eine halbe Stunde im Wäschetrockner rotieren. Danach schüttelte ich den losen Rost samt Schrauben heraus und wiederholte die Prozedur ein zweites Mal.

(Ich hatte leider versäumt ein Bild vom Urzustand zu machen. Die Bilder oben zeigen den Tank nach dem ersten Durchgang. Der Rostbefall, wie er auf den Bildern zu sehen ist, war schon bedeutend besser, als die Ausgangsbasis!)

Heute wagte ich mich also an die chemische Reinigung. Dazu ging ich folgendermaßen vor:

  • Ich verschloss die Öffnung des Benzinhahns mit einer kleinen Aluplatte und einem Stück vom kaputten Schlauch des Hinterrades (als Dichtung).
  • Danach entleerte ich die kompletten 1,5 Liter Saubermax in den Tank und füllte den Rest mit Wasser auf.
  • Nachdem ich mir aus einem alten Stück Flacheisen eine anständige Kathode zurechtgebogen hatte, brachte ich sie so am Tank an, dass ca. 8cm des Flacheisens in der Lösung verschwanden und das Eisen keinen Kontakt zum Metall des Tanks bekam.
  • Nun klemmte ich den Minus Pol an die kleine Aluplatte, die den Benzinhahn ersetzte und den Plus Pol an das Flacheisen.

Als ich das Ladegerät in die Steckdose steckte konnte ich auch direkt schon eine Reaktion beobachten. Es zischte, brodelte und schäumte. Das sah doch schon sehr vielversprechend aus!

Leider hatte ich es mit der Füllmenge etwas zu gut gemeint und musste die erste viertel Stunde immer mal wieder den Rostschaum, der durch die Reaktion entstand, mit einem kleinen Plastiklöffel abschöpfen. Aber danach war die Sache ein Selbstläufer.

Nach drei Stunden Wartezeit stellte ich den Strom ab, leerte den rostig braunen Tankinhalt in einen 50 Liter Bottich, verdünnte das Gebräu noch mit ein paar Litern Wasser und entsorgte es in den Gulli. Mit dem Hochdruckreiniger (mit dem ich zwischenzeitlich die Moppeds geputzt hatte) spühlte ich den Tank ein paar Mal kräftig durch und legte ihn anschließend zum Trocknen in die Sonne.

Und hier das Ergebnis:

Ich bin sehr zufrieden! Klar, in den Ecken sieht man noch etwas Braun und versiegelt ist er so auch nicht, aber wenn immer ordentlich Sprit im Tank ist, sollte ich jetzt doch wieder eine ganze Weile Ruhe haben.

Der Titel bezieht sich im übrigen auf den Chlorreiniger. Der kostete 1,80€.

Nachtrag: Kollege Kutze machte mich vor kurzem darauf aufmerksam, dass es noch erwähnenswert wäre, dass man als Stromquelle ein älteres Ladegerät benutzen sollte. Moderne Ladegeräte mit Computerchips in denen kleine Chinesen wohnen erkennen nämlich, dass sie nicht an einer Batterie hängen und geben folglich auch keine Spannung auf die Kontakte.

Suzi Update 2010 Teil 2

Sooo! Jetzt, da endlich alle Teile wieder verbaut und geputzt waren, das Wetter passte und mir die Muse einen dicken fetten Schmatzer auf die Backe gedrückt hatte, habe ich auch endlich mal die Fotos vom zweiten GS400-Update 2010 gemacht. :)

Neu sind die Giuliari Sitzbank, welche mir durch Zufall in die Hände viel (ich erwähnte bereits), und die Linierung an Tank und Bürzel. Denn auch wenn auch wenn Schwarz eine schöne, ja eigentlich sogar die einzig wahre Farbe ist, so störte mich die leichte Monotonie des vielen Schwarz doch schon eine ganze Weile.

Lange Rede, kurzer Sinn. So schaut sie jetzt aus:

Und ich bin mehr als zufrieden! :) Auf den Lack gezaubert hat das übrigens Dieter von Big Chief Custom Painting. Den kann ich nur wärmstens empfehlen! :)