Alle Artikel in: Getestet

Rollklo? – Kawasaki J300

Als ich gerade (erneut) über den Bericht von 1000PS zum neuen K-XCT 300i von Kymco gestolpert bin, fiel mir ein: „Hattest du hier eigentlich was zum Kawasaki J300 geschrieben?“ *klick* „Oh. Nein. Nein, hattest du nicht.“ Kawasaki hat Anfang des Jahres im verregneten – denn es regnet immer, wenn ich Roller fahre – portugiesischen Faro den J300 vorgestellt, ihren ersten Roller für den europäischen Markt, wie sie selbst sagen. Furchtbar, dieses sperrige Anhängsel „für den europäischen Markt“. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass der J300 nunmal explizit für hiesige Käufer entwickelt wurde und gebaut wird, ist es doch mitschleppenswert. In Asien verkauft Kawasaki natürlich schon lange Roller. Nun gut. Ich war also dort und bin ihn gefahren. Meine Erkenntnisse schrob ich in zwei Versionen danieder. Einer kurzen hier, und einer längeren (in der Transformers, He-Man und Steroide vorkommen) in der Bikerszene.

Louis der Ludenschreck

“Nein!? Doch! Ohhh!” Ich konnte förmlich hören, wie die Worte des Entsetzens über das gerade Erlebte von den Innenseiten seiner Schädeldecke als Echo wiederhallten, während ich mich behände auf der dritten von zwei Spuren am Innenstadtstau vorbeischlängelte. Mit einem Motorrad oder, wie in meinem Fall gerade, einem adäquat motorisierten Roller einen handelsüblichen PKW an der Ampel stehen zu lassen ist zum einen keine große Kunst, und zum anderen reichlich pubertär. Aber was sollte ich machen? Hatte er mich doch durch mehrfaches Hochdrehen des Motors regelkonform dazu herausgefordert. Man möchte ja auch nicht unhöflich sein. Er, mein “Kontrahent”, saß sonnenstudiogebräunt und mit massigen Silberketten behangen in einem weißen Mercedes Coupe mit übergullideckelgroßen, hochglanzpolierten Felgen und schaute durch seine Ray-Ban Sonnenbrille, die er trotz des diesigen Wetters trug, zu mir herüber. Als fairer Sportsmann klappte ich natürlich das dunkle Visier meines Helms herunter, um mir keinen Vorteil zu verschaffen. Die Ampel schaltete auf grün und der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt. Ich selbst saß auf einem Honda Integra und war gerade auf dem Weg …

Hey Kumpel, willst du zwei R kaufen?

CBR500R, CB500F, CB1100, MSX125, Goldwing F6B und CBR600RR. Das stand auf dem verknitterten Zettel in meiner Jackentasche, den ich mir für Hondas Pressetage in Weibersbrunn zurechtgekritzelt hatte. Eigentlich war ich ja hier, um möglichst viele der neuen Modelle zu fahren, mir eine Meinung zu bilden und dann, wie die Kollegen, einen Artikel zu schreiben, mit dem Titel „Von Posh bis Sporty Spice, welcher Honda-Typ bist du?“ oder etwas in der Art. Doch wie man sieht, es kam anders.