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Fotolovestory: Odenwaldknattern

Da der Name „Odenwaldknattern“ im Vorfeld doch für ein gewisses Maß an Verwirrung gesorgt hat, bin ich so frei und zitiere diese Definition aus dem Bilderbogen des Herrn Trölf: Außerdem möchte ich noch hinzufügen: Odenwaldknattern – Substantiv (Eigenname), Neutrum. Bezeichnet rund 300 mit guten Menschen auf 50-Kubik-Maschinen gefahrene Kilometer im Odenwald, die als Substitut für das Nicht-Stattfinden einer großen Tour in diesem Jahr dienen. Eine Chronologie der Ereignisse gibt es auf Twitter. Tag eins: Tag zwei:

Der Kriegsberichterstatter – BMW S1000RR 2k15

Es war ein Schlachtfeld. Babyblaue Supersport-Schrapnelle Marke König Ludwig 9000 flogen mir um die Ohren, mein Puls hatte mit der Leistung der Maschine mindestens gleichgezogen und von meinem Instruktor fehlte jede Spur. Er hatte mich zum Sterben zurückgelassen, oder als mobile Schikane für die wahnsinnigen Schlächter der roten Gruppe. Ich hatte wieder zwei Angriffe überlebt und mir ging das gelächelte „Ja neee, is‘ klaaa!“ durch den Kopf, mit welchem die Startlistenfrau meinen Wunsch doch bitte in der grünen, der langsamsten der drei Geschwindigkeitsgruppen starten zu wollen kommentiert, und mir dabei den gelben Aufkleber der mittleren Gruppe auf den Helm gepappt hatte. Mein unrepräsentativ schnelles Outfit hatte sie wohl zu dieser fatalen Fehleinschätzung verleitet. Ach, hätte ich doch nur etwas vehementer protestiert …

Unnu? – Harley-Davidson Street 750

Lampertheim, irgendwann im Spätsommer. Bei der Bikerszene waren gerade Chopperwochen und von den Freiheitseisen sollten Fahraufnahmen gemacht werden. Es mangelte an Fahrern und ich sprang ein. Die Gelegenheit, endlich das Bild, das ich von Maschinen aus der Produktion von „God‘s very own Motorcycle Company“ habe, der Realität gegenüberstellen zu können, und durch harte Fakten (sprich: subjektive Eindrücke) zu untermauern … oder zu demontieren?

Rise of the Hipsters – Intermot 2014

Ein Tag auf der Intermot muss nicht zwingend sein wie der kreuzbeladene Gang nach Golgota an einem geschäftigen Sonntagmorgen. Das ist die Erkenntnis, gezogen aus dem Besuch vom vorletzten Wochenende. Es kommt einfach nur auf die richtige Motivation für den Besuch an: Geht man hin, um sich tatsächlich das Material für nächstes Jahr anzuschauen, brummt einem nach kürzester Zeit messematt der Kopf. Geht man aber hin, um Leute zu treffen, sich skurrile Geschichten aus dem Messealltag anzuhören, Pizza zu essen und Espresso zu trinken, und nimmt lediglich zwischen den einzelnen Stationen fotografisch mit, was einem der Zufall ins Netz treibt, kann die ganze Sache ziemlich entspannt sein. Die zweite Erkenntnis: Die Hipster sind auf dem Vormarsch! Wo man hinschaut und -hört, Jethelme, Waxcotton Jacken, Bärte und Indie-Folk. — Okay, das war vielleicht ein klein wenig übertrieben. Die Intermot ist noch kein Distinguished Gentleman’s Ride, aber mit zwei Jahren Abstand zum letzten Besuch fällt schon auf, dass sich das Bild gewandelt hat. Die Hersteller haben gemerkt, dass es da eine Gruppe junger (nicht ganz so alter) …

… wo das drauf steht.

Die Dame, die sich gerade erkundigte, war der Archetyp einer Operndiva: klein, rundlich, elegant, mit hochtoupiertem schwarzen Haar und einer Sonnenbrille Marke „Puck die Stubenfliege“. Vielleicht war dieser Eindruck aber auch einfach nur sehr naheliegend, mit der alten Oper im Hintergrund, wer weiß … Jedenfalls wollte sie von mir wissen, was denn all die Motorräder zu bedeuten hätten, die im Kreis um den großen Brunnen herum parkten.

Viva la revolución

Vor geraumer Zeit schon bin ich zu dem Bilderservice gewechselt, den Hipster benutzen, um Fotos von ihrem Essen oder dem Chai Latte mit Sojamilch zu machen, um von unterwegs Schnappschüsse in den Äther der sozialen Netzwerke zu  jagen, zu Instagram. Gesehen hatte ich das ganze zum ersten Mal bei Herrn Trölf, dem Hipsterpapst, und fand es als Lösung eigentlich ganz cool.

Bloody Hippies! – TT 2013

Es war das Wochenende zwischen der Practice und der Race Week. Zusammen mit dem Kollegen Dr. Gleich saß ich im Sefton Hotel am Nick Jefferies Table und wir schwenkten gerade um, von Gin Tonic zu Single Malt Whiskey, während Phillip McCallen auf der kleinen Bühne Anekdoten über seinen ehemaligen Teamkollegen Joey Dunlop zum Besten gab. Wir saßen beim Dinner zum 30 jährigen Jubiläum von Joey’s erstem TT-Sieg auf einer Honda Maschine im Jahre 1983. Nette Menschen und glückliche Umstände hatten dafür gesorgt, dass ich dieses Jahr selbst hier sein konnte, beim Woodstock der Speedfreaks.