Autor: Alexander

Daimotojin – Eigenheiten der japanischen Motorradkultur

Das Internet ist ein Kuriositätenkabinett. Man schlendert staunend von einem Raum in den nächsten, kommt vom Hundertsten ins Tausendste, und ehe man sichs versieht, findet man sich in einem Gespräch wieder, in dessen Verlauf man feststellt, dass das über die Zeit auf YouTube angesammelte Wissen – wenn man es denn so nennen möchte – über die Eigenheiten der japanischen Motorradkultur einen als ziemlichen Nerd dastehen lässt. Hier einige Belege dafür: Moto Gymkhana — Wider die Physik! Dank der Videos, die einen sprachlos und demütig zurücklassen, ist Moto Gymkhana mittlerweile wohl auch bei uns relativ bekannt. Ähnliche Geschicklichkeitssportarten haben sich über die Jahrzehnte zwar auch in anderen Ländern entwickelt, aber bisher habe ich nichts gesehen, was den Japanern ebenbürtig wäre – die Komplexität der Kurslayouts und die Geschwindigkeit und Präzision mit der die Top-Fahrer dieses abarbeiten sind außerirdisch. Gimmicks am Lenker — MEHR VON ALLEM! Navi, Smartphone, Ladebuchse, Armbanduhr, Getränkehalter – es gehört scheinbar zum guten Ton eines jeden japanischen Kradlers eine frei wählbare Konfiguration dieser oder weiterer Gegenstände am Lenker montiert zu haben. Für Details …

Fotolovestory: Odenwaldknattern

Da der Name „Odenwaldknattern“ im Vorfeld doch für ein gewisses Maß an Verwirrung gesorgt hat, bin ich so frei und zitiere diese Definition aus dem Bilderbogen des Herrn Trölf: Außerdem möchte ich noch hinzufügen: Odenwaldknattern – Substantiv (Eigenname), Neutrum. Bezeichnet rund 300 mit guten Menschen auf 50-Kubik-Maschinen gefahrene Kilometer im Odenwald, die als Substitut für das Nicht-Stattfinden einer großen Tour in diesem Jahr dienen. Eine Chronologie der Ereignisse gibt es auf Twitter. Tag eins: Tag zwei:

Folge dem grünen Zombie, Alice. – Liebster Award

Das Wunderland war kaum wieder zu erkennen. Dichter grüner Nebel hüllte es ein, die kümmerlichen Überreste der einst in allen nur erdenklichen Farben schimmernden Flora vermoderten in schlackig braunen Tümpeln und über dieser Einöde aus Vergessen und Verfall lag der erdrückende Gestank von Fäulnis. Furchterregende, halb verweste Gestalten schlurften ungelenk umher, den trüben Blick ins Leere gerichtet – Zombies! Im vergessenen Tal hatten seit jeher einige Textleichen gelegen – allerdings nie in einer erwähnenswerten Anzahl. Als nun aber die echte Welt zuletzt gerufen hatte, brach das Chaos los und man fand sie plötzlich überall; sie stapelten sich in hohen Türmen und eigentlich ist es ein Wunder, dass die unausweichliche Infektion so lange auf sich hatte warten lassen … Aber egal! Diesen unheiligen Kreaturen würde es nun an den Kragen gehen – einer … nach … der … anderen. Tja, und den Anfang macht dieser Zombie hier, ein noch relativ frisches Exemplar: Kollege K. hat mich für den „Liebster Award“ nominiert. Dieser „Award“ ist so etwas wie die legale Variante des Schneeballsystems mit dem schmierige Typen normalerweise …

Je suis Marcel – BMW S 1000 R

Gedankenverloren ließ ich das Victorinox auf- und zuschnappen und schickte dem letzten Bissen des schweizerischen Schinkens einen Schluck Rivella hinterher. Ich betrachtete die S 1000 Einfach-R, die nun endlich halbwegs sicher auf einem freiliegenden Stück des Felsens stand, auf dem wir uns gerade befanden. Die letzten Minuten und Kilometer noch einmal Revue passieren lassend, hatte ich plötzlich das Bild von Marcel Reich-Ranicki vor dem inneren Auge, wie er beim literarischen Quartett in seinem Sakko versackt da sitzt und mit gellender Stimme und dem typisch scharf gelispelten S „Nein, nein, nein! Was soll das?“ plärrt. Wieso ausgerechnet Reich-Ranicki? Keine Ahnung. Ist an sich aber auch nicht weiter von Belang, denn seine Kritik, die mir offenbar so in Erinnerung geblieben ist, passte auch gut auf die BMW: So eine großartige Maschine und dann dieses Design? Was soll das?

Der Kriegsberichterstatter – BMW S1000RR 2k15

Es war ein Schlachtfeld. Babyblaue Supersport-Schrapnelle Marke König Ludwig 9000 flogen mir um die Ohren, mein Puls hatte mit der Leistung der Maschine mindestens gleichgezogen und von meinem Instruktor fehlte jede Spur. Er hatte mich zum Sterben zurückgelassen, oder als mobile Schikane für die wahnsinnigen Schlächter der roten Gruppe. Ich hatte wieder zwei Angriffe überlebt und mir ging das gelächelte „Ja neee, is‘ klaaa!“ durch den Kopf, mit welchem die Startlistenfrau meinen Wunsch doch bitte in der grünen, der langsamsten der drei Geschwindigkeitsgruppen starten zu wollen kommentiert, und mir dabei den gelben Aufkleber der mittleren Gruppe auf den Helm gepappt hatte. Mein unrepräsentativ schnelles Outfit hatte sie wohl zu dieser fatalen Fehleinschätzung verleitet. Ach, hätte ich doch nur etwas vehementer protestiert …

Der irrelevante Phantasiepreis 2014

Mutter Natur hat einen großen Eimer weißer Farbe über sich ausgeschüttet, die Chili-Spätlese ist verarbeitet und die Pflanzen sind ebenso am Ende wie das aktuelle Jahr. Zwar werde ich schon am kommenden Wochenende wieder die Gelegenheit haben mit ein paar neuen Maschinen nebst Ausrüstung zu spielen, doch das gehört ja bereits zu den nächsten 365 Tagen. Deshalb lehne ich mich wohl nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich – inspiriert durch die Gemeinschaft der Gerne-im-Stau-Steher – heute auch mal einen irrelevanten Phantasiepreis vergebe: die goldene Warnweste 2014 – für mein Kraftrad des Jahres.

Unnu? – Harley-Davidson Street 750

Lampertheim, irgendwann im Spätsommer. Bei der Bikerszene waren gerade Chopperwochen und von den Freiheitseisen sollten Fahraufnahmen gemacht werden. Es mangelte an Fahrern und ich sprang ein. Die Gelegenheit, endlich das Bild, das ich von Maschinen aus der Produktion von „God‘s very own Motorcycle Company“ habe, der Realität gegenüberstellen zu können, und durch harte Fakten (sprich: subjektive Eindrücke) zu untermauern … oder zu demontieren?