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Daimotojin – Eigenheiten der japanischen Motorradkultur

Das Internet ist ein Kuriositätenkabinett. Man schlendert staunend von einem Raum in den nächsten, kommt vom Hundertsten ins Tausendste, und ehe man sichs versieht, findet man sich in einem Gespräch wieder, in dessen Verlauf man feststellt, dass das über die Zeit auf YouTube angesammelte Wissen – wenn man es denn so nennen möchte – über die Eigenheiten der japanischen Motorradkultur einen als ziemlichen Nerd dastehen lässt.

Hier einige Belege dafür:

Moto Gymkhana — Wider die Physik!

Dank der Videos, die einen sprachlos und demütig zurücklassen, ist Moto Gymkhana mittlerweile wohl auch bei uns relativ bekannt. Ähnliche Geschicklichkeitssportarten haben sich über die Jahrzehnte zwar auch in anderen Ländern entwickelt, aber bisher habe ich nichts gesehen, was den Japanern ebenbürtig wäre – die Komplexität der Kurslayouts und die Geschwindigkeit und Präzision mit der die Top-Fahrer dieses abarbeiten sind außerirdisch.

Gimmicks am Lenker — MEHR VON ALLEM!

Navi, Smartphone, Ladebuchse, Armbanduhr, Getränkehalter – es gehört scheinbar zum guten Ton eines jeden japanischen Kradlers eine frei wählbare Konfiguration dieser oder weiterer Gegenstände am Lenker montiert zu haben.

Für Details siehe (Solo-)Camping.

Boxen — In der Tiefe verschollene Milchschnitten.

Nein, keine faustkämpfenden Ukrainer. Ein Phänomen, das sich in Japan durch alle Äste des Kraftradstammbaums zu ziehen scheint, von der schillerndsten Chromeglide bis zur rostigsten Cub*, ist die Verwendung von Transportboxen. Dabei meine ich nicht die gängigen Plastikblasen wie man sie oft am Heck eines Rollers montiert sieht, sondern große, eckige Kisten, die Kühlboxen ähneln.

* Auf Hondas Cub sind diese Boxen überproportional of zu sehen; wohl a) aufgrund der Verbreitung der Cub (laut Wikipedia weltweit 60 Millionen Stück im April 2008) und b) wegen ihrer Gene, die sie als Lastenesel prädestinieren.

(Solo-)Camping — Weitere Gimmicks und das Protokoll der Wildnis.

Die Millionenmetropole mag der gestresste Japaner mit seiner Flucht in die Wildnis des Campingplatzes vielleicht hinter sich lassen, nicht aber seine Riten und Zeremonien. Die eben erwähnte Box findet oft beim Camping Verwendung. In ihr alles, was das Protokoll vorschreibt: Beil, Säge, Messer, einer oder mehrere Kocher (gerne aus Titan), Geschirr, Lampen und Leuchten, Tisch und Stuhl und Nahrungsmittel zum Zubereiten. Die Kombination Motorrad und Camping ist ja nun nichts besonderes, aber mir scheint, als zelebriere und dokumentiere man das nirgendwo so exzessiv wie im Land der aufgehenden Sonne.

PS: Bei den Videos handelt es sich um Playlisten – einfach mal weiterklicken.

8 Kommentare

  1. Hab deinen Artikel gerade zufällig gefunden, und musste dir einfach mal schreiben:

    Das Video ist der Hammer! Hab mir die ganze Playlist angeschaut, ich bin einfach nur begeistert. Wirklich Top!

  2. Hab auch mal versucht mit einer BMW K100 beim Moto Gymkhana mit zu machen.

    Man stellt vl keine neuen Bestzeiten auf aber selbst mit dem alten Eisenschwein ging das erstaunlich gut! Der Spaß-Faktor war wirklich enorm :)

      • Ein Freund von mir baut grad ne CX500 als Cafe Racer auf. Schönes Ding :)

        Nichts offizielles…
        Ein paar Bekannte haben sich dafür getroffen. wollte eigentlich nur zusehen aber dann dachte ich: Wieso nciht selbst mal probieren :D

  3. Was es für coole Trends gibt. Ich bin beeindruckt von der Technik der Motorradfahrer. Und die Idee mit den Trasportboxen ist riesig. Bitte weiter viele neue Trends. Echt toll Euer Blog!

  4. Was es nicht alles heutzutage gibt. Man sieht aber bei den Videos genau, das die Motorradfahrer wirklich was drauf haben. Würde mich freuen wenn du mehr Beiträge in diese Richtung schreibst!

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