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OMG, ein wassergekühlter Boxer! – Intermot 2012

Es ja gibt Leute, die können sich tagelang auf Messen aufhalten, treiben so durch die Massen, informieren sich hier und dort und schleppen am Ende einen Kubikmeter Broschüren, Kugelschreiber, Aufkleber und sonstiges Werbezeug mit nach Hause. Das ist nichts für mich. Ich bin einfach kein Messemensch. Aber ich musste mal wieder raus und irgendwas unternehmen, irgendwas mit Motorrädern. Herrn Trölf ging es genauso und da keiner von uns bisher auf der Intermot war, fuhren wir relativ kurzentschlossen dort hin.

Honda

Vor ein paar Wochen wurde ich per Hell for Leather darauf aufmerksam, dass in guter alter Apple Manier ein paar verwackelte Handybilder, aufgenommen in einem Honda-Werk in Idien, an die Öffentlichkeit geraten sind, die zwei weiße Motorräder zeigen, eine verkleidete und eine unverkleidete Maschine. Angeblich handelt es sich hierbei um die CBR500 und CB500, die 2013 auf den Markt kommen sollen. Fände ich gut. Seit unserem kleinen Ausflug auf die Nordschleife, bzw. mehr noch der Woche danach, in der ich die sagenhafte CB1300 fahren konnte, wurde mir im gewohnten Umfeld das erste mal so wirklich bewusst, wie viel besser moderne Fahrwerke, Bremsen und Reifen tatsächlich sind. Seither denke ich mir jedesmal, wenn die Güllepumpe im strammen Ritt mal wieder über die Fahrbahn schaukelt wie ein Paar Bullentestikel: “Hach, was Neues wäre vielleicht doch gar nicht so verkehrt.”

Die Woche darauf war online die Mitschrift der Rede von Hondas CEO Takanobu Ito zu lesen, in der auch erwähnt wurde, dass es ein Nachfolgemodell der RC30 geben soll. Und so war ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass der große Hammer, der V4-Supersportler auf der EICMA vorgestellt wird und die Krauts die Brot und Butter Moppeds zeigen dürfen. Dass Honda jetzt natürlich mit der CB1100 und ihrer CRF450 Rally um die Ecke kommt, tja…

CB1100: Wunderschönes klassisches Bigbike. Besser spät als nie…

CRF450 Rally: Herrlich zweckmäßig. Leider keine Serie.

Triumph

Die Trophy: “Do hännse de Designer von BMW entführt und dann wieder zurückbrächt.” Hachja, herrliches Stammtischgeschwafel, ziemlich genau so aufgeschnappt. Die Trophy ist ein wuchtiger Eimer, auf dem zu sitzen einem ein sehr erhabenes, ja beinahe königliches Gefühl vermittelt. Wenn sie auf der Straße allerdings auch so schaukelanfällig ist wie im Stand, wenn einer der Leibeigenen meint, er müsse dem anderen zeigen wie stabil die Koffer aufgehängt sind und deshalb wie ein Bekloppter daran rumwackelt, lehne ich diese Würde doch lieber dankend ab.

Die Daytona 675R: Keine Ahnung welchen Pakt die Engländer mit dem Fürst der Finsternis geschlossen haben, dass er ihnen bei so einer Optik, die Stummellenker sind immerhin beinahe auf einer Höhe mit der “Sitzbank”, so eine geniale Ergonomie gegeben hat, aber unter zehn Fässern Scotch, fünf Neugeborenen und zwanzig rothaarigen Jungfrauen sind die bei dem Deal niemals davongekommen! Steht definitiv ganz weit oben auf meiner “Würde ich gerne mal probefahren”-Liste.

Husqvarna

Nuda 900R: Ich mag die Optik! Kantig und schwarz, mit ein paar wenigen roten Kleksen. Auch die Haptik und Ergonomie waren, bis auf die Tatsache, dass ich direkt beim Aufsitzen mit der Ferse des linken Fußes auf der pornösen Kohlefaserblende des Auspuffs stand, ziemlich angenehm.

Ducati

Streetfighter S: Gleiches Spiel wie bei der Nuda, nur auf der anderen Seite. Aufgesessen, die Füße in ihre normale Position gebracht und ich stand auf der Krümmerblende. Hoffentlich wird das kein Trend. Immerhin sah sie schön fies aus, so in mattschwarz. Und die Sitzhaltung fand ich auch nicht übel.

Panigale: Mir egale. Bupedi Bapi.

KTM

1190 Adventure: War die ganze Zeit besetzt und hat mich eigentlich auch ehr nur mäßig interessiert.

Die Dukes: Find’ ich gut! Die 125er sieht erwachsen aus, ohne dass es lächerlich gewollt rüberkommt und die 690er macht den Eindruck, als könne man mit ihr eine Menge Spaß haben. Soweit man das auf auf einem statischen Motorrad sitzend eben beurteilen kann…

BMW

F800 GS: Da die ganzen grauen Panther alle um die neue 1200er GS schlichen, waren die anderen Modelle relativ wenig belagert und so nahm ich einfach mal Platz. Und ich muss sagen, ich fand sie gar nicht mal so übel.

Kawasaki

Versys 1000: Ist so bequem, wie sie hässlich ist.

Ninja 300: Sieht live viel zierlicher aus, als auf Bildern oder in Videos. Fühlt sich aber gut an und gefällt mir auch vom Aussehen her. Vor allem in Schwarz schaut der kleine Renner echt fies aus. Steht auch auf meiner “Würde ich gerne mal probefahren”-Liste.

Z800: Ich mag die Front. Sie erinnert mich an Transformers. Die Zs auf der Sitzbank wirken ein bisschen prollig. Von weiter weg erinnern sie etwas an das Muster von diesen Louis Vitton Handtaschen, wie man sie in nachgemachter Form an den Armen Germany’s next Topmodel schauender Barbiepüppchen baumeln sieht. Eigentlich aber ein ganz nettes Detail. Auch die Ergonomie hat mir getaugt. Das kann Kawasaki scheinbar ziemlich gut.

Fazit

Das Motorradmäßige Highlight war für mich ganz eindeutig die Daytona. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich auf einem Supersportler mal so wenig als Origami Kranich fühlen würde, wie auf der Triumph.

Viel interessanter aber, als all die neuen Motorräder, die man sich ohnehin nicht kauft, waren sowieso die Leute, die man dort trifft. Leider hatten die am Donnerstag irgendwie scheinbar fast alle frei, aber ein paar haben wir dann doch getroffen.

Tja, und das war’s eigentlich auch schon. Ein Messemensch bin noch immer nicht, daran konnte auch die Intermot nichts ändern. Aber das ist auch okay so, ich bin da ja in bester Gesellschaft.

So verabschiedete uns die Intermot 2012

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