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Fear and Loathing im Taunus

Mein Name… Raoul Duke, steht auf der Liste, freies Mittagessen, finale Weisheit. Berichterstattung. Ich habe meinen Anwaaaaalt… bei mir. Mir ist klar, dass sein Name nicht auf der Liste ist, aber wir müssen diese Suite haben! Wir müssen diese Suite haben! Und wie sieht’s aus? Was kommt danach?

Fear and Loathing in Las Vegas

Genau so kam ich mir vor, mit dem Hotelzimmer, den hypnotisch tanzenden Lichtern und dem uneingeschränkten Zugang zu Buffet und Bar. Wobei… Vielleicht nicht exakt genau so. Einen Anwalt hatte ich nicht mitgebracht, und auch die restliche Szenerie war weit weniger wirr und abgedreht als die des Films. Aber ein klein wenig fühlte ich mich eben doch an Hunter S. Thompson’s legendäre „Berichterstattung“ über das Mint 400 Rennen in der Wüste Nevadas erinnert.

Aber fangen wir vorne an. Etwas zu spät kam ich bei Ralf und Nicole an. Estrella und ZZR samt Piloten standen schon in den Startlöchern. Nach einer langweiligen, nassen, aber leider unumgänglichen Anfahrt über die Autobahn gönnten wir uns einige Kilometer vor unserer Ankunft im Hotel noch ein paar geschmeidige Schwünge durch den Taunus. Nach dem Check In, dem Beziehen der überaus geschmackvoll eingerichteten Hotelzimmer und einer schnellen Dusche, stiegen wir auch schon in den bereitstehenden Bus und schaukelten unserem Ziel entgegen.

Hier waren wir also, bewunderten die tollen Lichtinstallationen und nippten an unseren Mädchendrinks, die es zur Begrüßung gab. Aperol mit Prosecco, oder etwas in der Art. Nolan hatte zur Präsentation ihres neuesten Helms – dem N104 – auf die Sauerburg im Taunus eingeladen. Überall waren Helme aus verschiedenen Kategorien und Jahrzehnten ausgestellt, in der Mitte des Burgplatzes stand eine kleine Bühne, auf der es eine Band anständig krachen ließ, an die Festungsmauer wurde ein riesiges Nolan Logo projiziert und der gesamte Vorhof versank in rot/orangenem Licht.

Wir gehörten zur ersten Gruppe, die auf der Burg eintraf. Der Platz füllte sich langsam mit Leuten, unter denen zwar auch einige bekannte, hauptsächlich aber neue Gesichter waren und ich malte mir aus, wie wohl eine öffentliche Vorstellungsrunde gelaufen wäre… Alle Anwesenden waren von einem Motorradproduzenten, einem Reifenhersteller, einem Magazin, oder sonst wie „aus der Branche“.

Alle, außer uns.

Geblendet vom Scheinwerferlicht standen wir auf der Bühne. „Guten Abend, wir sind Blogger.“ Das Gelächter verstummte, die Musik stoppte, die Partybeleuchtung  wurde abgestellt und die versammelte Gesellschaft starrte uns angewidert an. Außer dem Wind, der scharf durch die Schießscharten in den Burgmauern pfiff, war nichts mehr zu hören und über die Leinwand meines Kopfkinos rollte ein vertrockneter Reisigballen. Definitiv, so würde das aussehen!

Ich war mal wieder abgeschweift.

Nicoles Frage aber riss mich aus meiner kurzen Abwesenheit. Ob das hinter mir nicht Nina Prinz sei, wollte sie wissen. Darauf hatte ich gewartet! Ihre Frage gab mir die Gelegenheit wieder einmal mit meinem geballten Motorradrennsport Fachwissen zu prahlen: „Kann durchaus sein. Wüsste ich wer das ist, könnte ich dir’s sagen.“ Fachmann! Wie sich später herausstellte war es tatsächlich die IDM-Pilotin. Man lernt eben nie aus.

Die Musik verstummte. Diesmal tatsächlich. Der Spot wanderte zur Burgtreppe. Jetzt würde die Präsentation wohl losgehen. André Walek begrüßte die Gäste: „Hallo! Schön, dass ihr da seid. Da rechts ist die Bar. Das Buffet ist eröffnet und befindet sich hinter mir im Rittersaal. Habt einen schönen Abend!“ Okay… Das war, wie man so schön sagt, kurz und bündig.

Nachdem wir uns am grandiosen Buffet bedient hatten, taten wir, wie uns geheissen und statteten dem Barzelt einen kleinen Besuch ab. Die Band hatte mittlerweile dem DJ Platz gemacht und wir philosophierten über die gustatorischen Vorzüge der einzelnen Cocktails. So wurde es immer später. Und als ich mich schon beinahe fragte, ob heute überhaupt noch jemand ein Wort über den neuen Helm verlieren würde, wurde die rote Beleuchtung heruntergefahren und an der Innenwand der Burgmauer begann ein Film abzulaufen. Die Videoprojektion zeigte verschiedene historische Ereignisse der vergangenen 40 Jahre und die Helme, die Nolan zu diesen Zeitpunkten herausbrachte. Am Ende dirigierte uns eine Grafik in den eigentlichen Innenhof. Und hier ging es nun tatsächlich um den N104! An Stelle eines Redners aber, der wie ein Marktschreier die Vorzüge des neuen Produkts anpreist und uns erzählt, weshalb wir Idioten wären, wenn wir unser sauer Verdientes zu jemandem anders tragen würden, gab es wieder ein Video. Nach gerade einmal vier Minuten war das aber auch schon wieder zu Ende und ein Scheinwerferspot erhellte einen N104, der in einer Öffnung der Burgmauer hing.

Das war die Produktpräsentation? Ein wenig umgläubig stand ich da, mit einem Gin Basil Smash in der Hand im Eingang zum Innenhof. Es sah so aus.

Und das war auch schon quasi das Ende des Abends. Wir genehmigten uns noch ein paar der phantastischen Cocktails und nahmen den letzteren der beiden Busse, die uns wieder in das Hotel zurück schaukelten.

Ich bin kein großer Fan von Klapphelmen. Sie sind mir zu schwer, zu klobig und man ist ziemlich eingeschränkt, was das Sichtfeld angeht. Alles Punkte, die Nolan mit dem N104 besser machen möchte, weshalb ich den Helm gerne mal Probe gefahren wäre, oder ihn wenigstens mal aufgesetzt hätte, um mir selbst ein Bild davon zu machen. Aber die Probefahrt habe ich aufgrund des miesen Wetters und der knapp bemessenen Zeit am nächsten Morgen ausfallen lassen. Irgendwann wird sich mit Sicherheit nochmal eine Gelegenheit ergeben. Und eigentlich wollte ich mich auch nur bei Nolan für die Einladung bedanken. Es war ein absolut grandioser Abend!

Um aber nicht nur von diversen großartigen Getränken auf Gin-Basis geschwärmt zu haben, hier noch ein paar Infos zum Helm:

  • Geringes Gewicht durch Fertigung in zwei Außenschalengrößen
  • Niedriges Fahrgeräusch durch aufwändige Optimierung im Windkanal
  • „Ultrawide“-Visiersystem mit sehr großem Sichtfeld, integrierter VPS-Sonnenblende und Visierwechseloption „per Knopfdruck“
  • Ausgeklügeltes, effektives Belüftungssystem mit „AirBooster“-Technologie
  • Neu entwickelte Verschlussmechanik des Kinnteils mit Arretierungsoption (der N104 ist nach ECE-Norm 22-05 „P/J“-homologiert als Integral- und als Jethelm)
  • Perfekt gestaltete Integration des „n-com“-Kommunikationssystems, als „B4“-Version mit deutlich erweitertem Funktionsumfang
  • Fünf verschiedene Designs in insgesamt 24 Farbvarianten
  • Die unverbindlichen VK-Preise des N104 beginnen bei 339,95 Euro
  • Voraussichtlich erhältlich Ende 2011

Quelle Helmfotos: Nolan

PS: Mittlerweile hatte ich tatsächlich schon Gelegenheit den N104 zumindest mal zu befingern, aus der Nähe zu betrachten und aufzusetzen und ich muss sagen, Nolan hat nicht übertrieben.

8 Kommentare

  1. Grandioser Bericht über ein grandioses Event! Hut ab! ;-)

    Erwähnenswert wäre vlt. noch die Feststellung, dass Olbastropfen in Cocktails zu Mundwasser wird, dass Tage, ja Monate einen frischen Atem gibt. Eine, wie ich finde nicht unerheblich geniale Erfindung, die den Mundwassermarkt revolutionieren und uns zu Millionären machen wird… bestimmt. ;-)

  2. @Moppedhexe: Vielen Dank für die Blumen!

    Unsere geniale Entdeckung des Olbatonic Mundwassers hatte ich absichtlich nicht erwähnt, aus marktstrategischen Gründen. Nicht dass uns jemand die Idee klaut! ;)

  3. Produktpräsentation auf das Wesentliche reduziert: den Alkohol. Ich sehe schon den Axelander kann man zu sowas schicken. Eins mit Sternchen steht im Klassenbuch.

  4. Pfff. Für das Sternchen fehlen eindeutig zwei Beutel Gras, fünfundsiebzig Kügelchen Meskalin, fünf Löschblattbögen extrastarkes Acid, einen Salzstreuer halbvoll mit Kokain und ein ganzes Spektrum vielfarbiger Upper, Downer, Heuler, Lacher … sowie einen Liter Tequila, eine Flasche Rum, eine Kiste Bier, einen halben Liter unverdünnten Äther und zwei Dutzend Poppers.

    – Und Golfschuhe.

    Als dein Nichtanwalt prangere ich das an!

    (Aber auf ein lobendes Lob auf diesen Text möchte ich nicht trotzdem nicht verzichten.)

    ;o)

  5. @Ernie und @Marc: Ja, der Fauxpas mit den fehlenden Golfschuhen ist natürlich unverzeihlich! Beim nächsten mal werde ich besser vorbereitet sein! :)

  6. Pingback: The Mojo Awards 2011/2012 | MoJomag

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