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#mintt11 – Metzeler Interact Testtage

So, frisch und entspannt zurück von einer kleinen Vogesen-/Elsass-/Schwarzwald Tour habe ich auch endlich mal die Muse den, wie üblich, viel zu lange schon überfälligen Blogeintrag zu den Metzeler Interact Testtagen fertig zu schreiben. Metzeler hat ein paar Forenuser, Twitterer und Blogger, unter anderem auch meine Wenigkeit, eingeladen am 27. Mai in das LUK Driving Center in den Baden-Airpark zu kommen um die Reifenpalette mit Interact Technologie Probe zu fahren.

Aber von Anfang an. Im Zeitplan, der zusammen mit der Anmeldebestätigung kam, stand, dass es bereits um viertel nach Acht losgehen würde. Morgens! Das bedeutete natürlich, dass wir (Patrick, Ralf und ich) schon am Vortag anreisen würden. Wir machten aus, die HWP-Ranch als Startpunkt zu nehmen. Das war zum einen vom Streckenverlauf her naheliegend und zum anderen konnte ich so ein paar Campingutensilien vom Herrn Trölf (Wir wollten später noch weiter zum Touratech Travel Event.) auf meiner Gülle unterbringen, da er mit seinem SR500 Caferacer fahren würde. Ralf kam bei mir vorbei und wir nahmen die Standardroute zur Ranch. Bei Patrick angekommen wurde auch gar nicht lange rumgetrödelt. Ralf bekam einen kleinen Rundgang, ich schnallte die trölfschen Campingbrocken auf die Gülle und es ging los.

Von der Fahrt gibt es nicht spannendes zu berichten. Höchstens vielleicht, dass die SR-Trölf mit dem neuen Setup nun Flammen aus dem Auspuff wirft und dass das, verbunden mit der Geräuschkulisse, in Tunneln schon ein ziemlich amtliches Spektakel ist.

Nach einem lustigen Abend mit den anderen Bloggern und der Metzeler Truppe und einer viel zu kurzen Nacht im Hotel fuhren wir am nächsten Morgen geschlossen zum Baden-Airpark. Nachdem wir den nötigen Papierkram erledigt hatten und in die einzelnen Geschwindigkeitsgruppen für die Rennstrecke eingeteilt waren gab es erst einmal eine kleine Einführung, was denn „Interact Technologie“ eigentlich bedeutet und wie der restliche Tagesablauf aussehen sollte.

Danach stellte uns Albin vom Team Moto Bike die Instruktoren für Renn- und Crossstrecke vor und erzählte uns etwas zum Verhalten auf und neben der Rennstrecke und ich dachte mir: „Meine Fresse! Mit was für Asozialen hatten die denn schon zu tun?!“ Wir wurden gebeten die Maschinen doch bitte pfleglich zu behandeln und nicht gleich den kalten Motor bis in den Begrenzer zu jagen und – im Ernst! – keine Teile von den Motorrädern abzuschrauben. Öhm…

Instant Frust

Die skeptischen Fragen, ob ich mir das wirklich antun wolle, gleich zu Anfang kommentierte ich nur mit: „Zwei Zylinder, Kardan. Ist doch wie Gülle fahren!“ Insgeheim ahnend, dass das wohl alles andere sein würde als Güllepumpe fahren.

Ich bin kein Freund von Vierzylindern, weshalb ich mich zum Anfang für die BMW HP2 Sport entschied. Was für ein Fehler! Nach dem ersten Turn fuhr ich direkt wieder in die Boxengasse und stellte das Ungetüm ab. Um Gottes Willen, was war denn bitte das gerade?

Ich kam mit dem Teil absolut nicht zurecht. Ich bin es vom normalen Alltagsfahren her gewohnt, viel der Bremsarbeit den Motor machen zu lassen. So fuhr ich hier auch. Dummerweise hat der Motor soviel Bremswirkung, dass dabei das Hinterrad blockiert. Roxy, eine der Instrukturen meinte später, dass die Maschine ein ziemliches Biest sei und man sie immer schön auf Zug halten müsse. Das war einfach zu ungewohnt für mich und eine Rennstrecke auch irgendwie nicht der richtige Ort um sich an so etwas zu gewöhnen.

Ich hätte mir eine andere Maschine schnappen und nochmal auf die Strecke gehen können, allerdings musste mein Ego diesen Schlag erst einmal wegstecken…

Bevor wir zur Crossstrecke fuhren kam noch eine der Instruktoren vorbei, auf der Suche nach der Nummer 22. Als ich ihr kleinlaut sagte, dass ich das war, meinte sie, dass das nicht sein könne. Der Fahrer hätte eine weiß/schwarz/blaue Kombi angehabt. HAHA! Mein perfider Plan trug Früchte – Die Tarnung war geglückt! Schmarren. Ich hatte zwischenzeitlich wieder meine normalen Moppedklamotten angezogen, da so eine Kombi die Bewegungsfreiheit doch schon etwas einschränkt und man ausserdem auf der Crossstrecke aussieht wie ein Depp. Sie meinte, sie würde mich gerne in die grüne Gruppe stecken. Nur all zu gerne!

Ledersauna

Noch immer den bitteren Geschmack der Niederlage schmeckend saß ich zusammen mit Frauke, Patrick und dem alten Griesgram im T5 Shuttlebus zur Crossstrecke. Dort angekommen erklärte uns unser Instruktor Bubi vom Nutella Racing Team die grundlegenden Techniken fürs Motorcross. Und das machte er richtig gut. Kurz und knackig. Wenn die und die Bedingungen, dann mach ihr das und das. Zack, fünf Minuten und fertig. Unsere Visiere montierten wir ab, damit sie, falls wir mal zu Boden gehen würden, nicht kaputt gingen.

Danach machten wir uns kurz mit den Maschinen vertraut. Der Fuhrpark bestand komplett aus KTMs, alle mit dem Six Days Extreme von Metzeler bestückt. Zur Wahl standen: 250EXC (Zweitakter), 250EXC-F (Viertakter), 300EXC-F (Viertakter), 450EXC-F (Viertakter). Ich schnappte mir eine 250EXC.

Zuerst ging es, da wir alle noch nie mit solchem Material auf einer Crossstrecke unterwegs waren, auf die Kinderstrecke, auf der sonst bis maximal 85ccm gefahren wird. Immer Bubi hinterher, der vormachte, wie es geht. Vor auf den Tank, Bein raus, wieder auf die Rasten. Klappte schon ganz passabel. Lediglich der Zweitakter war (für mich) etwas zu giftig für den kleinen Kurs, weshalb ich einmal im Zaun landete. Ich kam aus der Kurve und beim Überfahren einer Bodenwelle gab es einen kurzen Gasstoß, welcher auch sofort in Vortrieb umgesetzt wurde. Es blieb aber alles heil.

Als wir einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen hatten, wie sich Motorcross überhaupt anfühlt und wie man zu fahren hat ging es auf die eigentliche Strecke. Eine echte EM-Strecke, mit allem was dazu gehört: Sprünge, Tables, Waschbrett, Tiefsand, Steilkurven… Auch hier fuhr Bubi erst einmal voraus und ließ sich dann immer wieder zurückfallen, um sich unsere Fahrerei einzeln anzuschauen. Und scheinbar stellten wir uns gar nicht so doof an. Nach zwei oder drei Runden waren wir auf uns alleine gestellt.

Man verzeihe mir bitte die Ausdrucksweise, aber ich wüsste nicht, wie ich die Intensität meiner Begeisterung anders in Worte verpacken könnte: „Leck mich am Arsch, war das geil!“ Motocross fahren macht irrsinnig Spaß! Ich war klatschnass geschwitzt und völlig erschöpft, aber jedes mal, wenn ich mich eigentlich schon entschlossen hatte vom Track zu fahren lachte mich der Table direkt nach der Ausfahrt an und ich dachte mir: „Na komm, eine Runde geht noch!“

Mittlerweile waren nur noch Patrick und ich auf der Strecke. Der alte Griesgram grämte sich zu sehr, da ihm der Aspahlt wohl mehr lag als der Dreck und Frauke war der Meinung ihre Beine seien… das Motorrad wäre zu hoch. So zogen Herr Trölf und ich einsam unsere Runden.

Das war definitiv nicht das letzte Mal! Über kurz oder lang muss eine Crossmaschine her, soviel ist sicher!

Sabotage

Nach der zweiten Runde MX, die ich den Landstraßenfahrten vorzog, gab es für uns Rennstreckennovizen extra einen geführten Blümchenpflücker Instruktorenlauf. Roxy erklärte, wie es aublaufen würde. Alle Mann/Frau im Entenmarsch hinter ihr her und auf ein Handzeichen lässt sich der erste ganz zurück fallen. So bekäme jeder die Gelegenheit sich die Linie von ihr zeigen zu lassen.

Ich blieb eisern und verweigerte den Vierzylinder. Meine „weapon of choice“ wurde die F800R. Zweizylinder Reihenmotor, aufrechte Sitzposition, normaler Lenker. Hier fühlte ich mich gleich viel mehr zu Hause als auf der HP2 Sport. Das machte sich auch auf der Rennstrecke bemerkbar. Ich konnte nicht nur gut mithalten, es wäre sogar noch etwas mehr gegangen. Wenn… Tja, wenn mir nicht der Sprit ausgegangen wäre. Ich wollte gerade aus der Kurve heraus beschleunigen, als nichts mehr kam. Ich wartete, bis die nachkommenden Fahrer vorbei waren und schob die Maschine von der Strecke.

Irgendwie war auf dem Asphalt der Wurm drin. Aber egal. Ich bin ganz anständig gefahren, hatte meinen Spaß und war zufrieden.

Nach einem grandiosen Tag (Danke, Metzeler!) mit vielen neuen Erfahrungen (Im Bezug auf das Motocross wäre der Begriff Offenbarung angebrachter.) ging es für Patrick, Jochen, Jörg und mich weiter nach Niedereschach. Zum Touratech Travel Event.

Ach und ein Extradank gebührt Jörg. Er hat nämlich die meisten Fotos hier geschossen. Er war mit an der Crossstrecke, wollte nur zuschauen und bot an, mir die Kamera abzunehmen. So konnte ich in Ruhe fahren und war auch mal auf den Fotos drauf. :)

7 Kommentare

    • @Marc: Mach das unbedingt! Gerade weil du ja bereits geeignetes Material in der Garage hast. :)

      Ich fands absolut genial! Wir können ja mal schauen, ob wir nicht mal alle zusammen sowas machen können.

  1. Schöner Beitrag und klasse Tag! Hat mir auch total Spaß gemacht. Mein Bericht steht allerdings auch noch aus … räusper …

  2. Pingback: Metzeler Interact Technology Testtage 2011 - www.schraegermeister.de

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