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Die Roadblogger und das Dieselmoppedtreffen

Das war ein ganz schön geschäftiges Motorradwochenende. Angefangen hat es mit einem Treffen der kompletten Roadblogger-Truppe.

Die Roadblogger

Die Kollegen der Hobbyschreiberzunft wollten eigentlich gemeinsam den „Saddle Sore 2010“ bestreiten. Dabei geht es, laut dem Veranstalter, der Iron Butt Association Deutschland, darum, „dem Sport des sicheren Motorrad Langstreckenfahrens“ zu frönen. Ziel der ganzen Aktion ist es in 24 Stunden 1000 Meilen (1610 Kilometer) oder mehr zu fahren um dafür am Ende ein Zertifikat und einen Ansteckpin zu bekommen. Ziemlich sinnfrei. Und genau deshalb sind die Jungs auch darauf angesprungen. Mit von der Partie war auch Aaron, PR-Mann der Motorradsparte von Honda Deutschland (der mich damals auch zum Probefahren der Neuheiten 2010 eingeladen hatte). Er fädelte es ein, dass jeder für die Tour eine neue VFR1200FD mit Doppelkupplungsgetriebe zur Verfügung gestellt bekam. Es war im Prinzip schon alles in trockenen Tüchern, wie man so schön sagt, als die IBA Deutschland mit der Ankündigung, dass sie ihren Lauf nicht zertifizieren wolle dem Deutschland-Achter einen ziemlichen Dämpfer verpasste.

Im Endeffekt war das aber gut so. Jetzt konnten sie ihr eigenes Ding aufziehen. Größer und besser! Ihr neuer Plan war, eine Runde durch’s Land zu drehen und dabei andere Motorradfahrende Blogger und Twitterer zu besuchen und das ganze, bis an die Zähne mit Hightech bewaffnet, live zu übertragen. Das erste Ziel sollte am Samstag das Dieselmotorradtreffen in Hamm sein. Das war auch mein Ziel. Da es zeitlich aber wohl nicht klappen würde, uns in Hamm zu treffen statte ich den Jungs Freitag Abend einen kleinen Besuch ab.

Gegen halb Vier fuhr ich bei Honda in Offenbach vor und schlenderte an die Rezeption mit der Absicht, die Empfangsdame vollkommen zu verwirren. Bis auf die Worte Aaron Lang, Motorradtour und Internet muss der Rest meiner Erklärung, weshalb ich hier vor ihr stand, in ihren Ohren geklungen haben wie ein weißes Rauschen. Trotz meiner böswilligen Attacke zeigte sie sich sehr zuvorkommend und nach einigen erfolglosen Telefonaten konnte sie Aaron schließlich in der Werkstatt ausfindig machen. Ihre zwischenzeitlich zur Verstärkung herbeigerufene japanische Kollegin zeigte mir den Weg.

In der Werkstatt war tote Hose. Lediglich Aaron war da und kämpfte mit der Software der Navis. Nach einer Weile fuhr eine (ab Werk! (kein Scheiß!)) pinke Triumph Speed Triple in die Halle. Es war Birgit vom Biki-Blog, die, neben mir als Nicht-Road-Blogger, vorbei schaute, um den Jungs eine gute Fahrt zu wünschen.

Es dauerte noch eine Weile, bis die eigentlichen Road-Blogger eintrafen. Erst Marc (@Griesgram999), dann Clemens (@SystemStig) und zum guten Schluß Mike (@broaaaa) und Moritz (@epic_fnord). Nachdem alle Maschinen präpariert waren machten wir noch einen kleinen Rundgang durch Hondas Schatzkammer. Hier standen unter anderem eine CBX, eine Turbo-Gülle und eine blaue CX500, genau wie meine, mit dem Unterschied, dass bei dieser hier ganze drei Kilometer auf dem Tacho standen! Als ich mich wieder einigermaßen gefangen hatte, machten wir uns auf den Weg in die Pizzeria, wo der Rest der Truppe wartete.

Wir kamen gerade noch rechtzeitig. Die anderen standen bereits vor dem Restaurant und wollten gerade den Heimweg antreten, als wir auftauchten. Nach einem großen Hallo marschierten alle Mann wieder zurück in die Pizzeria. Es wurde ein sehr lustiger Abend. Man merkte richtig, wie heiß alle darauf waren endlich los zu fahren.

Das Dieselmoppedtreffen

Erst um halb Drei Morgens hatte ich alles für Hamm zusammen und in den Koffern verstaut. Entsprechend spät kam ich heute in die Gänge. Ich druckte mir noch die Anfahrtsbeschreibung aus, klebte sie auf den Tank und klemmte mich direkt auf die Autobahn. 230 Kilometer Langeweile. Wenigstens ging es gut voran. An einer Autobahnraststätte sammelte ich noch Yves und Marina auf, um mit ihnen im Konvoi nach Hamm zu scheppern. 30 Kilometern später waren wir auch schon am Ziel.

Nachdem wir Marc, Steffi und René begrüߟt hatten, stellten wir unsere Zelte auf und ließen uns auf den aktuellen Stand bringen. Yves nutzte die Gunst der Stunde und brachte ein paar seiner 60+ Paar Kradmelder Handschuhe, die er für einen Euro in eBay geschossen hatte unters Volk.

Ich drehte eine Runde über das Gelände, schaute mir die Maschinen an und machte ein paar Fotos. Es waren teilweise schon sehr skurile Konstruktionen dabei. Zum Beispiel diese leicht rattige Maschine aus Schweden (die ich leider verpennt habe, selbst zu fotografieren) oder auch das Muli mit Kocher/Ofen/Heizung.

Marc ließ mich netterweise eine kleine Runde auf seiner Diesel Enfield drehen. Das allerdings erforderte etwas Geduld. Sobald auf dem Platz irgendwo ein Dieselmotor tuckert, strömen die Leute zusammen, angezogen wie die Motten vom Licht. Alle fragen etwas, wollen mal schauen, hören, Fotos machen. Das dauert. Aber letztendlich kam ich doch noch zum Fahren. Nach einer kleinen Einweisung über die Eigenheiten des rechtsgeschalteten Getriebes mit Leerlauffinder nahm ich Fahrt auf. – Tok Tok Tok Tok… Sehr cool! So eine Dieselmaschine hat schon einen ganz eigenen Charme. Im positiven Sinn! Sehr gemütlich und gemächlich.

Nach der Enfield fiel mir noch das Privileg zu eine Runde auf Yves‘ Inferno SR zu drehen. Einmal nach Hamm (Stadt) und wieder zurück. Die schmalen Sträßchen der Innenstadt zeigten sich wie geschaffen dafür, um das infernalische Gebrüll den Klang des Dunstall Replica angemessen genießen zu können.

Der Tag neigte sich dem Ende zu und es war an der Zeit ein kleines Feuerchen zu machen. Aber wo? Es gab weder eine Feuerstelle, noch hatten wir einen Feuerkorb. Was wir aber hatten waren hilfsbereite britische Nachbarn mit einem Spaten. Also flugs ein Loch ausgehoben, ein paar Äste aufgeschichtet, unten etwas Papier rein und fertig ist das Lagerfeuer. Dachten wir. Leider war unser „Brennholz“ doch etwas feuchter, als wir gehofft hatten. Aber auch diesmal wurde uns geholfen. Und zwar vom Besitzer des Brauhofs, der uns ein paar anständig trockene Scheite Holz abgab. Jetzt hatten wir endlich unser Feuer und es konnte gemütlich werden.

Am nächsten Morgen war großes Zusammenpacken angesagt. Wir ließen die Feuerstelle wieder verschwinden, packten unsere Sachen auf die Motorräder und verabschiedeten uns voneinander. Vor der Abfahrt schenkte Yves unseren britischen Nachbarn noch einen ganzen Packen Handschuhe, die sie erst etwas wiederwillig, dann verwundert annahmen.

Ich glaube, man könnte mich nächstes Jahr hier wieder treffen.

 

5 Kommentare

  1. Man man man, ich werd Stück für Stück trauriger, ich will auch wieder fahren … :-(

    Wie dem auch sei, also diese Dieselgeschichte interessiert mich ja immer mehr, die SR50 sieht ja heftig aus. War die ETZ auch ein Dieselumbau? Sieht man der gar nicht so direkt an, aber ich weiß, dass man damals zumindest bist zum ersten Ausschalten des Motors auch mit einer ’normalen‘ Schwalbe zur Not Diesel fahren konnte

  2. @Max: Wieso fährst du denn nicht? Ist doch noch gut draußen! :)

    Die Dieselsache ist auch echt interessant! Vor allem die Detaillösungen, auf die die Leute kommen um das Getriebe anzuflanschen oder der Gleichen. Das ist schon ziemlich cool! :)

    Jep, die (rote) ETZ war auch ein Diesel. Was das für ein Motor ist, weiss ich allerdings nicht… (Marc aber eventuell.)

    Huh? Das mit der Schwalbe ist mir neu. Krass!

  3. Klar isses schön draußen, aber mit Aua am Sprunggelenk is blöd zu fahren. ;)

    Ach die Rote, ich hatte die Graue gemeint, die is ja dann wohl noch original. *g*

  4. Oh, kaputtes Sprunggelenk. Das ist natürlich übel!

    Die Graue wäre der wahrscheinlich weltdezenteste Dieselumbau, wenn es denn einer wäre. :)

  5. Pingback: 10. internationales Dieselmotorradtreffen in Hamm, Das Motorrad Blog

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