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Sauerlandtour (und alle so yeah!)

Der Plan dieses Jahr noch eine gemeinsame Tour zu machen entstand schon während unserer Twitaly Tour, wo uns Marc zu sich ins Sauerland einlud. Die grobe Idee reifte Ende August/Anfang September langsam zu einem handfesten Plan, welcher am 18. bzw. 19. September umgesetzt werden sollte.

Freitag:

Am Freitag machte ich die Suzi fit für die anstehende Tour. Einmal Komplettwäsche, Politur und Service o kudasai. Die Reihenfolge war, muss ich zugeben, etwas unglücklich gewählt, denn ich merkte erst gegen Ende, dass der Motor einen recht niedrigen Ölstand hatte. In der Hoffnung, dass Patrick noch etwas Öl in der Handwaschpastenwerkstatt rumstehen hatte und noch nicht losgefahren war, rief ich ihn an. Er war zum Glück noch nicht unterwegs, hatte aber leider auch kein Öl mehr über. Shit. Da man an keiner unserer umliegenden Tankstellen Motoröl für Motorräder bekommt, schwang ich mich auf die Monkey und fuhr zum Autoteilehändler im Nachbarort. Zum Glück hatte der Laden noch offen und das passende Öl hatten sie auch da. Frisch befüllt stand die Suzi bereit. Nur kurze Zeit später hörte ich auch schon das Bollern von Patricks SR.

Nach einem kleinen Plausch waren wir mit unseren Alteisen auch schon auf der Autobahn. Ich musste an Marcs Kommentar von unserer Twitaly Tour denken: „Scheiß Autobahn! Ich hasse Autobahnfahren. Total blöd!“ Genauso ist es! Aber ich will mich garnicht beschweren, das Wetter war super und auf dem Gummiband der Langeweile erstaunlich wenig los. So konnten wir gemütlich mit einem Reisetempo von 100/110km/h dahinrollen.

Sauerlandtour - 05Es dämmerte langsam und wir waren kurz vor unserem Ziel. Ein einziger Blick auf Google Maps genügte um uns die richtige Straße zu zeigen, wo wir kurze Zeit später von einem auf dem Parkplatz stehenden Russen signalisiert bekamen, dass wir hier richtig waren. Wir parkten unsere Moppeds direkt gegenüber des Hauses, schnallten unser Gepäck ab und wurden auch schon von der ganzen Patchworkfamily herzlich begrüßt.

Nachdem wir unser Gepäck im Wohnzimmer abgeladen hatten saßen wir alle zusammen in der Küche, gönnten uns ein wohlverdientes Paderborner Pilsener und berichteten von einer absolut ereignislosen Fahrt. Marc hatte bereits im Vorfeld angekündigt, er würde Potthucke, eine sauerländische Spezialität auftischen. Darauf war ich schon ziemlich gespannt, denn die Zutatenliste klang vielversprechend. Es war auch richtig lecker und führte zu interessanten Fachsimpeleien, wie sich die Deftigkeit der Speisen regional von Nord nach Süd verändert.

Irgendwann setzte die Wirkung der Potthucke ein und wir schlugen unser Nachtlager im Wohnzimmer auf.

Samstag:

Immer wenn ich im Urlaub bin, auch wenn es nur 3 Tage sind, werde ich, auch ohne Wecker, total früh wach; so auch heute. Meine ersten, noch ziemlich verschlafenen Gedanken waren: „Huh? Was ist denn das für ein Fellkissen?“ Als sie dann etwas klarer wurden merkte ich dass sich die Katze zu mir in das Kopfteil meines Schlafsacks gesellt hatte. Wir trollten uns in die Küche, ich las die neuesten Feeds und Tweets  und kam mir ein bisschen vor wie Blofeld aus den James Bond Filmen.

Langsam kam Leben in die gute Stube. Wir frühstückten gemütlich und irgendwann sahen wir Stephan vor dem Küchenfenster vorbeibrummen. Nachdem wir ihn draußen abgefangen und begrüßt hatten machten wir es uns wieder in der Küche gemütlich.

Es wurde langsam Vormittag und Marc wollte eben noch schnell die Zündkerzen an seiner FZR wechseln, da diese „läuft wie ein Sack Schrauben/Nüsse“. Er verschwand kurz in der Garage um festzustellen, dass er für das seltsame Maß der Zündkerzen keinen passenden Schlüssel da hatte. Er warf die Ural an und bollerte los zum Baumarkt.

Sauerlandtour - 07Keine viertel Stunde später sahen wir draußen eine schwarze R6 mit Packtaschen vorbeihuschen, das konnte ja eigentlich nur Dennis gewesen sein. Wir also wieder raus auf die Straße. Er war ein klein wenig über das Ziel hinausgeschossen und stand 6 Häuser weiter. Kann schonmal passieren, mit so einem Boliden. Er drehte um. „Hallo erstmal!“

Wir bewunderten kollektiv die Anbringung und den Abbau der Packtaschen. Die ungleichmäßige Beladung konnte Dennis souverän damit rechtfertigen, dass der Schlafsack und die Digicam nunmal deutlich leichter sind als ein Sixpack Flensburger.

Sauerlandtour - 10Nach einer Weile kam Marc auch wieder vom Baumarkt zurück und hatte zwei Zündkerzenschlüssel dabei. Wir sind also alle Mann in die Garage marschiert, Zündkerzen wechseln. Doch leider wollte die FZR auch mit neuen Zündkerzen noch nicht so recht laufen. Also nahm Marc kurzerhand als Sozius auf Stephans Baghira Platz und wir fuhren seine XJ holen.

Es ist immer gut, wenn man mehrere Motorräder hat! :D

Sauerlandtour - 24Als wir unsere Maschinen alle nochmal vollgetankt hatten konnte unsere Tour endlich richtig losgehen. Ein kurzes Stück durch die Stadt, die dritte Ausfahrt im Kreisel und schon waren wir auf kurvigen kleinen Landstraßen unterwegs. Wir schlängelten uns durch Wälder, kleine Ortschaften, zwischen Wiesen und Feldern hindurch um den Motorradtreff Stavros am Sorpesee anzusteuern und da eine Kleinigkeit zu Mittag zu essen.

Als ich mir nach dem Essen eine Prise meines Lieblingsschmalzlers gönnte sprachen mich die zwei älteren Herren, zu denen wir uns an den Tisch gesetzt hatten darauf an. Der sauerländische Dialekt ist schon ziemlich eigen. Erst als ich zwei, drei Mal nachgefragt hatte merkten die beiden scheinbar, dass ich wohl kein Einheimischer bin und gaben sich etwas mehr Mühe.

Nach einem Eis als Nachtisch waren wir auch schon wieder auf der Bahn. Kurz darauf fing Dennis R6 an ein wenig zu zicken und hübsche blaue Flammen aus dem Auspuff zu feuern. Wir hielten an einer Bushaltestelle um dem ganzen auf den Grund zu gehen.

Das war eine gute Gelegenheit für ein Gruppenfoto.

Sauerlandtour - 26

(v.l.n.r. Stephan, Patrick, Dennis, Marc, Ich)

Wir haben noch einige Kurven genommen, bevor wir an einer Kreuzung die Entscheidung treffen mussten, ob wir den großen oder den weniger großen Rückweg nehmen wollten. Wir entschieden uns für den weniger großen Rückweg, es stand schließlich noch ein anderes Event an, das Jedermann Gespannfahren!

Sauerlandtour - 35Wir sind also allesamt zum Aldi gefahren, da es dort a) einen großen Parkplatz gibt, was die Gefahr für uns und andere minimiert und b) sie dort auch Mozarella haben.

Jeder hat mal ein paar Runden gedreht und ich war (und bin es immernoch) total begeistert! Die Ural ist so grob und urig… Total cool!

Zwischendurch zeigte uns Marc wie man mit einem Gespann fahren kann, wenn man es denn richtig kann, während Dennis die ganze Sache ehr sportlich anging.

Sauerlandtour - 31Patrick hatte auch seinen Spaß, auch wenn er den Dreirädern immernoch skeptisch gegenübersteht.

Stephan war gleich so begeistert, dass er sein Telefon gezückt und online nach Gespannen gesucht hat.

Ich hätte ja am liebsten den ganzen Tank leergefahren, aber wir wollten ja noch grillen. Als alle ihre Runden gedreht hatten sattelten wir wieder auf und fuhren zurück zu Marc.

Die Grills wurden angeschührt und leuteten einen tollen Abend mit viel Gelächter, leckerem Fleisch, Salat, Bier und Wein ein. Es wurde mit den iPhones musiziert und später jammte Marc noch auf der Gitarre. Wir sponnen Ideen zu nächsten Touren und überlegten, ob wir nicht ein gemeinsames Wheelie Training (von dem ich dann Nachts tatsächlich geträumt habe) machen sollten. Die Renner des Abends waren „Und alle so YEAH!“ und das iPhone Programm SmackTalk. (Die Kombination von beiden war auch sehr unterhaltsam!) Irgendwann waren wir alle total vollgestopft und begaben uns in unsere Kojen.

Sonntag:

Heute bin ich ohne Katze im Gesicht aufgewacht. Sie gesellte sich aber gleich zu mir auf den Schoß und forderte ein paar Streicheleinheiten, als ich mich in die Küche setzte um Nachrichten zu lesen. Mit diesem Wochenende hatten wir wettermäßig großes Glück gehabt. Nachts nieselte es ein bißchen, aber tagsüber war wunderbarer Sonnenschein. So konnten wir uns, als alle wach waren wieder raus in den Garten setzen und entspannen.

Irgendwann vormittags bekam Stephan einen Anruf von seinem kleinen Sohn, der sich erkundigte wo der Papa denn so lange bleibt. Das war sein Startsignal. Wir verabschiedeten uns von Stephan. Er brummte davon und wir setzten uns noch ein Weilchen in die Sonne. Gegen mittag packten Dennis, Patrick und ich dann aber auch unsere Sachen zusammen, verabschiedeten uns von Steffi und Marc (nochmal ein ganz großes Dankeschön!) und machten uns auf die Heimfahrt. Dennis Richtung Norden, Patrick und ich Richtung Süden.

Die Heimfahrt war… naja, Autobahn eben… Regen und Sonne wechselten sich fast kilometerweise ab. Als meine Abfahrt kam wurde mal kurz gehupt und kräftig gewunken und keine 5 Minuten später war ich auch schon wieder zu Hause. (Nach den Tweets zu urteilen fast zeitgleich mit Dennis, der 100km mehr Strecke hatte.)

Das war ein absolut passender Abschluß dieser „Saison“ und ich freue mich schon richtig auf die nächste gemeinsame Aktion!

PS: Die Geodaten zu unserem Trip gibt es drüben in der Handwaschpaste.

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