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„Kleine“ Odenwaldtour

Vor einigen Tagen wies mich Señor Trölf darauf hin, dass ein paar Leute aus dem BonsaiCrew Forum eine kleine Ausfahrt durch den Odenwald planten und Bert zum anschließenden Grillen in der Handwaschpastenranch eingeladen hat. Für so was bin ich doch immer zu haben!

Am Samstag machte ich einen kurzen Check über die Monkey. Reifen, Bremsen, Öl, Kette, alles war in der Reihe. Na gut, wenn es hier nichts für mich zu tun gibt, modifiziere ich eben eben die Kennzeichenhalterung. Ich wurde vor kurzem von einem Bekannten (Polizist) darauf angesprochen, dass das Kennzeichen doch etwas arg steil nach oben ragt.

Ich fand ~55° eigentlich vollkommen okay, bedenkt man die Höhe in der das Kennzeichen einer Monkey angebracht ist. Um aber die Anzahl der an Polizeikontrollen aber gering zu halten, konformierte ich die ganze Konstruktion mittels Kaltverformung. Nun sind es brave ~35°.

Bei der Schrauberei fiel mir auf, dass die Stoßdämpfer doch schon ganz schön Rost angesetzt hatten. Ich montierte sie also kurzerhand ab um sie so gut es ging von der roten Pest zu erlösen. Die gröberen Rostpickel kratze ich mit einem Spachtel weg um anschließend mit Nevr Dull dem Flugrost zu Leibe zu rücken. Nach einer viertel Stunde sahen die Stoßdämpfer wieder einigermaßen akzeptabel aus und nach einer kleinen Politur für den Rest waren meine Vorbereitungen auch schon beendet.

Sonntag. Den Wecker hatte ich auf Sieben Uhr gestellt. Ausnahmsweise kam er aber erst garnicht dazu mich zu quälen, denn ich war schon wach. Ich frühstückte in aller Ruhe, während ich die letzten Postings im Forum las. Nach dem Duschen checkte ich noch schnell die Webseite der Stadt Seligenstadt, ob die Fähre denn so früh überhaupt schon fahren würde. Fährbeginn ist um 9:00 Uhr, perfekt! Ich packte die über Nacht aufgeladenen Akkus in die Kamera, zwei Radler und das Bauchfleisch in den Rucksack und schipperte los.

Ich war sehr erstaunt, wie gut mein Timing heute war. Kurz bevor die Fähre ihren Betrieb aufnahm war ich an der Anlegestelle. Es war nur kurz Zeit für einen Tweet und schon konnte ich übersetzen.

Die Fahrt zu Ernie und Bert war sehr entspannt. Sonntag Morgens ist nicht viel los auf den Straßen und nach einem kleinen Schnitzer in meiner Routenführung bin ich in der Handwaschpastenranch eingetrudelt. Ich war deutlich früher da, als erwartet. Nach einem kurzen Druck auf die abartig laute Klingel (lag vielleicht auch an der morgendlichen Ruhe…), öffnete mir ein etwas müde aussehender König die Tür. Ich gesellte meine Monkey zu einer in der Halle geparkten Suzuki RV 50. Nachdem wir ein wenig gequatscht hatten verstaute ich noch meine Verpflegung im Kühlschrank und schaute kurz beim Meister Trölf rein.

Währenddessen machte sich des Königs Bert auf zum gemeinsamen Treffpunkt um zu schauen, wie die Lage dort ist. Als er zurückkam meinte er: „Los jetzt! Da warten schon 20-30 Mann!“ Wir waren ja zuerst etwas skeptisch, was seine Schätzung anging, aber er hatte, wie wir dann sahen, tatsächlich nicht übertrieben. Nach ein paar Hallo’s und „Ich muss mir unbedingt deinen Helm anschauen!“ ging es auch schon los.

Über die Fahrerei gibt es an sich relativ wenig zu berichten. Das Wetter war bewölkt, aber trocken und außer einem Motorplatzer gab es auch keine weiteren Ausfälle. (OK. Die Trölf’sche CY musste mal kurz überzeugt werden doch weiter zu machen, aber das tat sie ja dann auch.) Wo immer der Tross auftauchte sorgte er bei den Passanten für allgemeines Amusement.

Gegen Mittag hielten wir an einem Wirtshaus, was mit dem Ansturm total überfordert war. Hier gönnte ich mir auch nur einen „Äppler“, schließlich sollte später ja noch gegrillt werden! Als alle gestärkt waren, ging es weiter.

Die Strecke war wirklich schön. Allerdings ist das Fahren auf einer 125er Monkey und dann noch in so einem großen Pulk doch recht anstrengend. Man musste ständig darauf achten, ob nicht plötzlich eines der wendigen kleinen Teile von hinten angeschossen kommt. Da ist mir das Fahren mit weniger Leuten und größeren Maschinen doch lieber. Das soll nicht bedeuten dass es keinen Spaß gemacht hat, im Gegenteil! Besonders die Tunneldurchfahrt war ein Highlight. Ich war irgendwie an die Spitze der Meute geraten und fuhr mit einigem Abstand in den Tunnel ein. Für eine Weile war nichts von den anderen zu hören, doch dann fing es langsam an zu brummen. Es wurde immer lauter, bis ich schließlich dachte mich würde ein wildgewordener Schwarm Killerhummeln verfolgen.

Den letzten Stopp legten wir auf einer Modellflugshow ein. Es war mittlerweile schon ziemlich kalt geworden und nach einem kurzen Darüberschlendern sind wir auch schon wieder los. Boris und ich sind zurück zur Handwaschpastenranch. Die anderen hatten entweder keine Lust mehr zu Grillen oder eine zu weite Anreise.

Angekommen fackelten wir auch nicht lange, der Grill wurde angeschührt und die Sitzgelegenheiten aufgebaut. Während das Grillgut vor sich hin zischte, bin ich mit des Königs kleinen Prinzensohn eine Runde Trampolinspringen gegangen. (Woher auch wahrscheinlich die Kratzer auf meiner Stirn stammen.) Total ausgepowert (ich, der Prinz kein Stück) haben wir dann Bratwürste, Bauchfleisch, Lende mit Chilizwiebeln und Brötchen verputzt. Und ich habe zum ersten mal Grillkäse gegessen – das Beste, was man aus Analogköse wohl herstellen kann. Als es anfing zu regnen zogen wir in die Halle, wo natürlich munter weitergegrillt wurde.

Irgendwann war alles gegessen, getrunken und abgeräumt und ich machte mich auf den Heimweg.

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